Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 39. (Budapest 1946)
Stiller, J.: Beitrag zur Kenntnis der Peritrichenfauna der Schwefelthermen von Split
22 (Breslau) zu besichtigen und einige Proben aus seinem Wasser zu entnehmen. In die Klosterquelle hatte ich keinen Einblick, da Frauen der Eintritt in das Franziskanerkloster verwehrt ist und so musste ich mich mit einer, mir von Herrn Prof. Pax freundlichst überlassenen kleinen Wasserprobe der im Keller der Klausur entspringenden Klosterquelle begnügen. Die Ergebnisse der nur auf einen Vormittag beschränkten Untersuchung dieser so schwer zugänglichen Quellen sind nur sehr lückenhaft, doch zeigten sie, dass die Verhältnisse in der rasch fliessenden Badequelle die Ansiedlung einer Peritrichenfauna nicht begünstigen, da sich auf strömendem Wasser kein Oberflächenhäutchen bildet. Auch Detritus fand sich nur in ganz geringen Mengen. In dem vom Tageslicht abgeschlossenen Schacht fehlt auch jede Chlorophyceenvegetation. Es fehlen hier also alle wichtigen und bevorzugten Substrate der Peritrichen. Diesen Umständen ist es wohl in erster Linie zuzuschreiben, dass sich in der Badequelle keine Peritrichen vorfanden. Doch sah man hier anderseits auch keine anderen, freischwimmenden Ciliaten und nur wenige Tier- und Pflanzenarten (Kl as, 1938; Pax, 1940), welcher Umstand teils auf die für Lebewesen ungünstige chemische Zusammensetzung, in erster Linie auf den äusserst hohen Gehalt an Schwefelwasserstoff und auf die Sauerstoffarmut, teils aber auf die rasche Strömung des Wassers zurückgeführt werden kann. Am Oberflächenhäutchen der kaum halb so viel Schwefelwasserstoff enthaltenden, sich tümpelartig ausbreitenden Klosterquelle fanden sich neben verschiedenen freischwimmenden Ciliaten (Lionotus, Strombidium, Cyclidium und Aspidisca) * sowie neben einer Art Amoeba radiosa mit auffallend langen, fadenartigen und meist gebogenen Pseudopodien die drei nachstehend besprochenen VorticellaArten und die Schwärmerform einer nicht naher bestimmbaren Peritriche (Abb. 1 a). Die Tiere fanden auf dem zum grössten Teil aus Zoogloeu bestehenden Oberflächenhäutchen der langsam hervorsickernden und sich am Boden ausbreitenden Quelle günstige Nahrungsbedingungen und reichlicher Sauerstoff als im freien Wasserraum. Aus dem kühlen Klosterkeller in die an jenem Tage besonders gewitterschwüle Luft gebracht, gerieten die Peritrichen aus der Ruhe und es fanden sich bald * Diese Ciliaten konnten in Ermangelung an Bestimmungsliteratur im Ozeanographischen Institut nicht näher bestimmt werden.