Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 38. (Budapest 1945)
Kretzoi, M.: Bemerkungen über das Raubtiersystem
79 10. Fast ausnahmslos kleine Tiere, die eine von sämtlichen behandelten Canioidea abseits stehende, scharf umrissene alttertiärmiozäne Stammgruppe der alten und neuen Welt bilden, gekennzeichnet durch den Bauplan der M, besonders der oberen. Diese sind dreieckig und bestehen nur mehr aus den beiden Aussenhügeln und aus dem Protocon. Vom Hypocon ist keine Spur mehr vorhanden (an einer verwandten, abseits stehenden, primitiven Form — Quercygale — ist noch Paraconulus und Hypocon als Rudiment erhalten). So würde es also den Bauplan der Hyaenoidea ergeben; und trotzdem ist es kein Hyaenoidea-Molar, wofür eine ganze Reihe schwer fixierbarer Nuancen spricht. So ist bei einem Hyaenoideen sogar bei hochgradiger Reduktion der Protocon immer stark, höchstens sagittal zusammengepresst; weiters kann bei einem Hyaenoideen die Protoconspitze nie so nahe an den lingualen Zahnrand heranrücken; die hohe Spitze ist immer von einer ansehnlichen, nicht steil abfallenden Lingualwand umgeben. Endlich ist die Reduktion des ganzen Zahnes bei den Hyaenoideen entweder streng nach den ursprünglichen Proportionen, oder aber durch sagittale Zusammenpressung des Zahnes entstanden, doch nie in Form einer Protocon-Verkümmerung. Dazu kommt noch die Struktur des unteren Reisszahnes, der von entsprechenden Zähnen gleichaltriger Musteliden mit ihrem schrittweise mehr und mehr reduzierten Metaconid und ganz kleinem, schüsseiförmigem, bis auf eine kurze Schneide reduziertem Talonid sozusagen nicht zu unterscheiden sind. Weiter ist die P-Reduktion dieser Formen für Hyaenoidea auch ziemlich fremd. Zuletzt halte ich eine kleine, europäisch-nordamerikanische, alttertiäre Hyaenoideen-Gruppe für höchst unwahrscheinlich. In dieser kleinen Gruppe glaube ich die Genera Stenoplesictis , Palaeopr ionodon, Haplogale, Bunaelurus (Schädel!), ?Parictis und Proaelurus (eine vollkommene Feliden-Parallele) , sowie Anictis n. g. (Holotypus: Viverra simplicidens Schlosser) und Brachictis n. g. (Holotypus: Proaelurus medius var. crassa Teilhard de Chardin), letzteren als Proaelurus parallelen kleinen Spitzentypus vereinigen zu können. Die Proaeluridae (n. f.), wie ich diese Gruppe nenne, müssen sich aus paleozänen-eozänen altweltlichen Ausgangs-Caniformia abgespalten haben. Einige Formen erreichten auch Nordamerika; doch starb die kleine Gruppe in beiden Gebieten an der grossen faunistischen Grenze zwischen Oligozän- und Miozän bis auf den Nachzügler Proaelurus restlos aus. Mit Absicht habe ich die Miaciden bis jetzt nicht behandelt, sie sind die ältesten und in gewisser Hinsicht auch primitivsten Caniformia (die Viverravinae sind ebenso typische Canioidea, wie die Miaci-