Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 38. (Budapest 1945)
Kretzoi, M.: Bemerkungen über das Raubtiersystem
80 nae), aber so stark spezialisiert, dass wir mit ihnen beim Ableiten jüngerer Typen nichts anfangen können. Eine Primitivfauna, die in sämtlichen Gliedern verschiedene Seitenspezialisationen aufweist, kann aber entweder eine Randfauna, oder eine eingewanderte Fauna älteren Ursprunges sein. In Nordamerika kann nun nur mit der zweiten Möglichkeit gerechnet werden, so dass wir feststellen müssen, dass die indifferent-primitiven Altformen der Caniformia altweltliche Tiere waren, die nordamerikanischen Formen aber nur Seitenlinien bedeuten. In diesem Fall ist natürlich das Problem, warum die nordamerikanischen Canidae nicht aus den einheimischen Miacidae abgeleitet werden können, leicht zu lösen: Die Canidae sind nämlich eine neuere eooligozäne Einwanderung altweltlicher Formen. Die Wahrscheinlichkeit dieser Annahme beweist die Untersuchung der europäischen ,,Miacis Reste. Die in Teilhard de Chardin's Arbeit abgebideten Reste von ,,Miacis" exilüs und Cynodon miacinus leiten in ziemlich geschlossener Kette zu den Cynodontinen über! Natürlich gibt es auch unter den europäischen „Miaciden" Formen, die isolierten Seitenlinien angehören, wie z. B. „Viverravus" angustidens F i 1 h o 1, der mit Viverravus ebenso wenig zu tun hat, wie mit Viverra, ja überhaupt in kein bekanntes Genus passt, weshalb ich diese Form mit starkem C und an machairodonte Formen erinnerndem, kantigem, abgestutztem Kinn, nach vorne an Grösse stufenweise und sehr beträchtlich abnehmenden P, sehr hohem, „miacidem" Trigonid, sehr kleinem Talonid am M, und kleinem M 2, sowie in Reduktion stehenden M !-Nebenhöckern als Vertreter einer nicht näher lokalisierbaren, neuen Gattung Quercygale n. g. (Holotypus: Viverra angustidens Filhol) betrachte. Damit ist aber den miacoiden Primitivformen noch nicht viel geholfen worden; die ganze Gruppe müsste einheitlich umgearbeitet werden; nur dann werden wir möglicherweise ein Bild bekommen, wie viele und wie weit voneinander entfernte Nebenlinien es gibt. bzw. was zum Systemgerüst jüngerer Formen überleitet. Bis dahin betrachte ich die Miacidae als provisorische Sammelfamilie für solche Primitivformen. Nun ist noch eine letzte Frage geblieben, die ich hier besprechen muss. Es handelt sich um die Gruppierung der 9—10 Canioidea- Familien nach ihrem Zusammenhang. So viel kann sofort festgestellt werden, dass der schon bei den bekannten Primitivformen hoffnungslos uniforme M'-Bauplan für enge genetische Zusammenhänge zwischen Canidae-Mustelidae-Ampliicyonidae-Agriotheriidae bürgt. Ich glaube, ohne weitere Bedenken dieser Reihe die Ursidae und Procyonid.ae anschliessen zu können. Keinen Anhaltspunkt besitzen wir aber für