Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 38. (Budapest 1945)
Kretzoi, M.: Bemerkungen über das Raubtiersystem
78 Spuren des anfänglichen Amphicyoniden-Bauplanes mit lingualem Hypocon-Halbmond sind also bis zu den Spitzen der Evolution erhalten geblieben. M, ursprünglich mit schüsselförmigem, oder bei grösserem Umfang zweihöckerigem (Hypo- Endoccnid) Talonid, das später alle möglichen Umformungen durchmachen kann, von der einfachsten Talonidschneide der Pw.£orms-Grupp^ bis zum höckerumrahmten Riesentalonid von Ar et onyx. P primitiv oder vereinfacht, zuweilen vorne reduziert. Am P" können Molarisationserscheinungen auftreten. Ein Versuch, diese Stammgrupp Q der Musteliden in Unterfamilien zu zerlegen, würde heute noch an der Unsicherheit der rezenten Unterkategorien und besonders am revisionsbedürftigen Zustand eines grossen Teiles des fossilen Materiales sicher scheitern. Viel systematische Kleinarbeit ist noch nötig, bis das fossile Material einer Gruppierung unterzogen werden kann. Die aus kleinsten, schlanken Formen des cynodictinen Typus hervorgegangenen Musteliden erhielten ihre erste Entfaltung allem Anschein nach im nicht-äquatorialem Gebiete der eozänen alten Welt (Asien?). Erst mit dem grossen miozänen Faunenaustausch gelangten sie nach Nordamerika, wo sie eine ebenso reiche, wenn nicht roch reichere Entfaltung erlebte wie in der alten Welt. Zu weiterem Austausch einiger Formen kam es noch mit der Wanderung der Hipparior-Faunen und oherpliozän-altquartären Invasion amerikanischer Fauner-Elemente in die Hoiarctis. 6.—9. Hier folgen vier Gruppen, gemeinsam charakterisiert durch sicheren Canioidea-Ursprung, P-Komplikation, bezw. -Molarisation und beginnende, bis extreme Polybunie der M, endlich durchgehenden Verlust des M 3 und M,. Eine dieser Familien, die miozänen Leptarctidue , verdanken ihre Selbständigkeit dem Umstand, dass sie nirgends zufriedenstellend untergebracht werden können. Die übrigen drei wurden wegen ihrer sehr abweichenden äusseren morphologischen Eigenschaften in letzter Zeit zu selbständigen Familien erhoben (Ailuridae und Ailuropodidae neben dm ursprünglichen Procyonidae) . Da wir aber nur bei den Procyonidae einen alttertiären nordamerikanischen Caniden-Ursprung vermuten können, die zwei altweltlichen Gruppen aber wurzellos dastehen, 7 lasse ich mich über diese Fragen in keine weitere Diskussion ein. - Die Ailuridae kennen wir seit dem Öberpliozän (Parailunis ) und die Ailuropodidae seit dem Pleistozän (A.ilureidapus ). Die altweltlichen „Procyoniden" (Ailuravus-Sivamisua ) sind noch problematisch.