Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 37. (Budapest 1944)

Bartha, F.: Richtungen in der Biologie und ihre Beziehungen zur Paläontologie

— Überrest, den sie bald immanenten Wirkungsplan (Uexküll), bald Dominante (R e i n k e) , Organisation (Huzella), Psychoide (Driesch) oder Zweekmässigkeitskraft (Rignano) nennen. Auch J. S. H u X 1 e y betont, dass die Lebensvorgänge nicht restlos auf physi­kalische und chemische Gesetzmässigkeiten zurückzuführen seien. W. Roux hält es für die charakteristischeste Eigenheit aller Lebewesen, dass in ihnen etwas geschieht. Er unterscheidet acht Grund­funktionen (Dissimilation, Sekretion, Aufnahme neuer Stoffe, Assimi­lation, spezifisches Massenwachstum, aktive Bewegung, Fortpflanzung und Vererbung), die auf „Autoenergie" beruhen, also ihren Ausgang von einer gewissen „Innerlichkeit" nehmen. Roux bespricht damit die elementaren Lebenserscheinungen, definiert aber bei weitem nicht das Leben selbst. Im allgemeinen halten die Anhänger des Vitalismus auch die geistige Kraft für zusammengesetzt. Sie unterscheiden eine immanente geistige Kraft und das selbstbewusste Ich des betreffenden Lebewesens. Der immanente Geist ererbt seine Fähigkeiten, während das ,,Ich" diese durch Erfahrung erwirbt. Das Lebewesen vermag in jedem Augen­blick frei anzuregen, d. h. es ist nicht dem Grundsatz der Kausalität unterworfen. Dies wird auch durch die moderne kosmologische Auffas­sung unterstützt. Auf Grund der Ungewissheitsrelation von Heisen­berg nimmt man auch in der Biologie Ereignisse an, die in der Zukunft ohne Voraussetzungen Folgen haben. Auf diese Weise vermag das Lebewesen letzten Endes stets zweckmässig zu handeln. Man unter­scheidet einerseits Handlungen, die voraussetzungslos sind und unab­hängig von den Wandlungen der Aussenwelt durch die Einwirkung des immanenten Geistes erfolgen, andererseits selbstbewusste Handlungen. Zwischen beiden stehen die instinktiven Handlungen (162). Nach Be r t a 1 a n f f y ist bezüglich des Monismus der Vitalis­mus tatsächlich der Gegensatz des Materialismus, doch ist er nicht imstande, sich freizumachen von der Maschinenhaftigkeit. Er sieht nicht das organische Ganze, sondern nur die Summierung der einzelnen Teile. Auch R e i n k e selbst gelangte erst über den Begriff der Ma­schine zu seinem Dominanz-Gedanken, welche Dominanz er mit einer nicht aufgezogenen Uhr vergleicht. Der Vitalismus an sich bedeutet nicht unbedingt das Verwerfen der Kausalität, da ja Wagner selbst betont, im Begriffe der Kausa­lität sei nicht enthalten, dass es nur eine Art von Kausalität gäbe, eben die materialistische. Auch nach Bavink (1930) enthält das Prinzip der Kausalität keine Aussage darüber, wieviele Kategorien sie besitze

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