Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 37. (Budapest 1944)
Bartha, F.: Richtungen in der Biologie und ihre Beziehungen zur Paläontologie
Tscher mak zieht zwischen den energetischen Verhältnissen der Systeme der Lebewesen und Leblosen eine scharfe Grenze. Auch J. S. Huxley glaubt, dass die anorganische Welt der vollkommenen energetischen Ruhe entgegenschreite, während die Welt der Lebewesen sich immer mehr vervollkommnet, d. h. energetisch zunimmt. Nach Tschermak kann die Welt der Lebewesen gegenüber den Vorgängen in einer Richtung der anorganischen, leblosen Welt zunächst durch ihren Stoffumsatz in zwei Richtungen (umkehrbare Reaktionen) gekennzeichnet werden. Den Begriff des Lebens gründet er auf einen ektropischen Energiezustand, der indessen auch die Triebkraft der zyklischen Wandlungen der anorganischen Welt ist. Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik, der Grundsatz der Entropie, spricht das Gesetz der Energieumwandlung aus, ein Grundsatz, der in den Systemen der Lebewesen und Leblosen in gleicher Weise zur Geltung kommt. Das Leben erzeugt aber durch ständige Stoffaufnahme eine energetische Zunahme (dazu wäre eine vitalistische Kraft notwendig), in der die frei werdende Energiemenge für unsere Lebensvorgänge aufgebraucht wird. Das endgültige Gleichgewicht erreicht der Organismus erst im Tod. — Diese Auffassung kann — wie auch K. C. Schneider betont — keineswegs als Vitalismus bezeichnet werden, sondern ist eher als eine Vorform der Gleichgewichtslehren in der modernen Biologie zu betrachten. Driesch betrachtet das Leben vom Standpunkt einer ausgestalteten Entelechie au», die im wesentlichen nichts anderes ist, als eine modifizierte Naturkraft, ein aktives Prinzip, das die Möglichkeiten zur Wirklichkeit macht und diese dem Ziel des Daseins entsprechend vervollkommnet (23). Die organische Individualität hält er nur unter Voraussetzung eines Formprinzips für vorstellbar, das den Grundsatz der Vielgestaltigkeit des Stoffes in eine Entwicklungs- und Wirkungseinheit zusammenfasst. Driesch schloss aus diesem Entwicklungsprinzip die anorganische Welt aus, die Entelechie ist ja weder Materie, noch Energie, weder konstant, noch an den Raum gebunden, doch wirkt sie im Räume. Driesch selbst ist gezwungen einzugestehen, Jass diese Definition ein kompliziertes System negativer Aussagen ist. Schneider erblickt in seinem Euvitalismus den Kreislauf einer Weltenergie, wie dieser z. B. in der Assimilation hervortritt (68). Die organische Welt fasst er in eine grosse Einheit zusammen. Nach P a u 1 y ist die sinnlich wahrnehmbare Psyche die Triebkraft von Leben und Entwicklung. Eigentlich erblicken die Anhänger des Vitalismus hinter jedem Lebensvorgang einen prinzipiellen, — mechanisch nicht analysierbaren