Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 36. (Budapest 1944)

Meznerics, I.: Die Brachipoden des ungarischen Tertiärs

1. Die Brachiopoden sind im Tertiär, mit den übrigen Faunen­elementen verglichen, so selten (diese Feststellung bezieht sich so­wohl auf die Individuen-, als auch auf die Artenzahl), daß sie im größten Teil der Faunen überhaupt fehlen und nur zufällig und vereinzelt auftreten. So werden natürlich die bei stratigraphischen Betrachtungen erforderlichen Angaben über ihr Vorkommen derart bescheiden sein, daß sie schon aus diesem Grund nicht weiter ver­wertet werden können. 2. Ihre Seltenheit wirkt sich natürlich besonders in der spezi­fisch — subspezifischen Systematik sehr nachteilig aus; erstens sind sehr viele systematische Frage ungeklärt und zweitens werden sie als nebensächliche Formen bei der Bestimmung ziemlich Stiefmütter­Hell behandelt; beides führt aber zu ungenauen Bestimmungen, also falschen Angaben, die natürlich die schon ohnehin geringe strati­gTaphisclhe Verwertbarkeit annähernd auf Null herabsetzen. 3. Endlich darf nicht außer Acht gelassen werden, daß eben die tertiären Brachiopoden keine hochspezialisierten Endformen eines dem Aussterben nahestehenden Stammes mit kurzlebigen Typen von hervorragendem stratigraphischem Wert darstellen, son­dern daß sie ausnahmslos mehr oder weniger konservativen Gruppen angehören, von denen einige durch das ganze Tertiär spezifisch unverändert vorkommen und deshalb für die Stratigraphie so gut wie überhaupt nicht in Verwendung gestellt werden können. Aber auch die Formen, welche, wie z. B. Terebratuliden und Terebratelli­den, ein etwas geschleunigteres Entwicklungstempo besitzen, (bleiben aber trotzdem diesbezüglich noch immer weit hinter den übrigen Evertebraten-Gruppen zurück. Die Stratigraphie der tertiären Brachiopoden steht augenblick­lich im besten Fall in einer passivem Phase der beginnenden Ent­wicklung, in welcher die zerstreuten Einzeldaten allmählich in das schon bestehende stratigraphische System eingereiht wlerden. Strati­graphische Ergebnisse können aus ihnen aber vorderhand nicht ab­geleitet werden. Nach allen diesen Voraussetzungen kann also das wenige, was für die Stratigraphie zukünftig verwertbar sein dürfte, im folgen­den kurz zusammengefaßt werden: Die LinguHden liefern als seltene Zufausformen, noch dazu als die konservativsten Typen des ganzen Metazoenstammes keine brauchbaren Daten. Die beiden Ci'ania-Arten beschränken sich in Ungarn ebenso, wie in Italien auf das Helvet und Torton.

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