Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 36. (Budapest 1944)

Meznerics, I.: Die Brachipoden des ungarischen Tertiärs

\ Von den Ëemithiris-F ormeh ist Ë. polymorpha ein Kreiderelikt, das sowohl bei uns, als auch in Italien ins Eozän hinüberreicht, hier aber wenigstens nach unseren heutigen Kenntnissen ausstirbt. H. bi­partita ist in Italien aus dem Obereozän und Pliozän bekannt; in Ungarn beschränkt sie sich natürlich auf das Obermiozän. Sämtliche Terebratula-Arten unserer Fauna sind imiozäne For­men, nur zwei von ihnen reichen bis ins oberste Oligozän zurück (Terebratula Hoernesi und Terebratula macrescens). Gryphus miocaenicus ist z, T. nur aus dem italienischen und ungarischen Obermiozän bekannt. Die Terebratulina-Arten beschränken sich sowohl in Ungarn, als auch in Italien auf das Eozän, mit Ausnahme von Terebratulina caputserpentis, die durch das ganze Tertiär hindurch überall vor­kommt und auch heute noch unverändert weiterlebt. Unter den Terebratelliden sind Argyrotheca, Megathiris und Mühlfeldtia auf das Miozän beschränkt (mit einer Ausnahme: Megathiris decollata, die außer aus Oberitalien auch im Bakonyer Eozän zum Vorschein kam). Magellania umfaßt Arten, die sowohl in Italien, als auch in Ungarn ausnahmslos aus eozänen Ablagerungen bekannt wurden. Natürlich sind auch diese Angaben nicht als end^niltig anzu­nehmen. Neue Funde können als stratigraphisch enger begrenzt an­gesehene Formen wieder unbrauchbar machen und andere wieder als chronologisch mehr-weniger bezeichnende hervortreten lassen. Außerdem sind auch die Faziesverhältnisse der Brachiopoden viel Izu mangelhaft bekannt, um z. B. aus dem Fehlen einer gewissen Form auf stratigraphische Unterschiede gegenüber einem anderen Fundort schließen zu dürfen. Im allgemeinen gilt natürlich auch hier der Satz der malakolo­gischen Ökologie: Ufernahe, besonders Brandungsformen sind dick­schalig, Tiefseebewohner und Formen in feinem Schlammboden stiller Meeresabschnitte dagegen feinschalig. Was die Einzeldaten anbelangt, so Sind diese noch viel zu gering an Zahl, um aus ihnen zu Verallgemeinerungen schreiten zu dürfen. Außerdem darf nicht vergessen werden, daß bei vortertiären Brachiopoden-Faunen eine unbeschränkte Übertragung unserer Ökologischen Daten aus dem Gebiet der Malakologie noch einiges Bedenken erwecken muß. Endlich ist der Beitrag der vereinzelten Brachiopoden-Formen des Tertiärs zur ökologisch-faziologischen Kenntnis der malakologisch weit besser belegten Molluskenfauna so unwesentlich, daß die hier ziehbaren Schlüsse, besonders in nicht

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