Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 36. (Budapest 1944)
Meznerics, I.: Die Brachipoden des ungarischen Tertiärs
VADÁSZ erwähnt aus der Fauna von Ribice die Form Cistella laevis, von der mir jedoch kein Exemplar zur Verfügung stand. Nach SACCO dürfte Argyrotheca (Cistella) laevis wahrscheinlich mit der rezenten Argyrotheca cistellula WOOD identisch sein, oder vielleicht eine Varietät der ebenfalls rezenten Form A. lunifera darstellen. Natürlich ist es ohne Kenntnis der Originalien von Ribice nicht möglich, über diese Frage ein Urteil zu fällen. Allerdings ist Argyrotheca cistellula aus dem ungarischen Tertiär ohnedies bekannt. Nach diesen Richtigstellungen konnten von 41 in der Literatur festgelegten Brachiopoden-Formen 29 Artnamen übernommen werden; allerdings ist ein Teil von ihnen ursprünglich unrichtig bestimmt, so daß die betreffenden Arten nicht auf Grund dieser Matériáién als Glieder unserer Fauna angenommen werden können. Da sich jedoch nachträglich in meinem Miaterial Exemplare vorfanden, die mit den in Frage stehenden Formen identifiziert werden dürften, können diese Arten dennoch als Vertreter der ungarischen Tertiärfauna gelten. Zu den schon früher richtig bestimmten 29 Formen, bzw. dem Namen nach schon früher angeführten, jedoch erst jetzt nachgewiesenen weiteren 20 Arten, konnten 16 Formen für das ungarische Tertiär hinzugefügt werden, 19 von diesen sind für die Wissenschaft überhaupt neu. Insgesamt besitzt also die ungarische tertiäre Brachiopodenfauna 49 selbständige Formen (einschl. 4 sp. ind.). Von diesen 49 Arten, bzw. Unterarten entfallen auf die beiden primitiven Gruppen, d. h. auf Lingulidae und Craniidae eine, bzw. zwei Formen. Die Rhynchonellidae sind durch 4 Formen vertreten, während, die Terebratulidae in 3 Genera (mit 21 Spezies) und schließlich die Terebratellidae in 5 Gattung (mit 20 Arten) vorkommen. Die neuen Formen entfallen auf die Genera Hemithiris, Terebratula, Terebratulina, Megathiris, Mühlfeldtia und Magellania. 7. Stratigraphischer Teil. In engstem Zusammenhang mit den Entwicklungswellen der Brachiopoden steht auch ihre stratigraphische Bedeutung. Mit dem Abklingen der explosiven Entwicklungs wellen am Ende des Mezozoikums (büßen die Brachiopoden ihre vollkommene — bis dahin sehr hohle — chronologische Wichtigkeit ein. Deshalb kommen die tertiären Formen bei strati graphisch-chronologischen Betrachtungen überhaupt nicht mehr in Frage, was aus nachfolgenden hervorgeht: