Rotarides Mihály (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 35. (Budapest 1942)
Allodiatoris, I.: Craniometrische Untersuchungen an Gorilla-Schädeln
so bei einem etwaigen Vergleich leicht zu Irrtümern Anlaß geben könnte. Unter Beachtung der Annahmen COOLIDGES können wir feststellen, daß die Größe der JVIaße in der vorliegenden Tabelle bei den Berg und Küsten-Gorillas scharf ausgeprägte Unterschiede zeigt. Die Trennung war sehr leicht, da die Maße schnell erkennen ließen, welcher Größenordnung sie angehören. Bei den wenigen sich im Besitze der Zoologischen Abteilung des Ungarischen National-Museums befindlichen Gorilla-Schädeln ist die Herkunft bekannt. Der männliche Schädel Nr. 1572/b stammt au* Gabun, der weibliche Schädel Nr. 2767 aber aus Kamerun. Die Methode, mit welcher COOLIDGE die Gorilla-Schädel in Unterarten des Berglandes und in solche der Künstengebiete teilt, wird aber nun durch die Tatsache unbrauchbar, daß beide Schädel in die Gruppe der Berg-Gorillas gestellt werden mußten, was aber durch die Kenntnis ihrer Herkunft ausgeschlossen erscheint. Der Schädel Nr. 1572/b gelangte um die Mitte des XIX. Jahrhundertes aus Gabun in den Besitz des Ungarischen National-Museums, also zu einer Zeit, in welcher der Berg-Gorilla noch unbekannt war, da wie wir wissen, damals noch kein Weißer das Gebiet des Kiwu-Vulkans betreten hatte. Die Erschließung des Inneren Afrikas erfolgte erst in den Jahren um 1880 und damals wurde auch der Berg-Gorilla endeckt. Fassen wir nun diese Tatsachen zusammen, so können wir feststellen, daß die Methode von COOLIDGE zur scharfen Abtrennung der Unterarten nicht vollwertig ist, wenn wir die Herkunft des betreffenden Schädels nicht kennen, da sie wie im vorliegenden Falle leicht zu Irrtümern Anlaß geben kann. Es erweist sich also eine Methode für notwendig, die auf Grund der Schädelmaße ohne Kenntnis der Herkunft mit absoluter Sicherheit erkennen ließe welcher Unterart der Schädel zuzuschreiben ist. Nach meiner Ansicht besitzt aber der Schädel kein einziges Maß, oder Merkmal, mit dessen Hilfe es vollkommen sicher zu entscheiden wäre, welcher Unterart der Schädel angehört, vorausgesetzt, daß der Fundort unbekannt ist. Dabei wäre aber eine derartige Methode von außerordentlicher Bedeutung, da es sehr viele Gorilla-Schädel gibt, deren Herkunft unbekannt ist und deren Zugehörigkeit zu einer der beiden Unterarten daher vorläufig nicht festzustellen ist. Vielleicht könnte in dieser Frage der Aufbau des Rumfskeletts, oder des Skelettes der Gliedmaßen weitere Aufklärungen erbringen.