Rotarides Mihály (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 34. (Budapest 1941)

Kretzoi, M.: Betrachtungen über das Problem der Eiszeiten. (Ein Beitrag zur Gliederung des Jungtertiärs und Quartärs)

den Formen mit sich, ist also durch eine ziemlich eintönige Fauna indifferenter, kleiner Formen w ärmer-humider Klimazonen, bzw. thermisch indifferenter Tiere charakterisiert. Mit dem Einsetzen des neuen Orogen-Stoßes, verknüpft mit einer geokratischen Regression, werden sich die Formen dieser Fauna stufenweise zu solchen Tieren spezialisieren, die ein kontinentales, kälteres Klima mit geringerer Feuchtigkeit, usw. vertragen, sie kommen also phyletisch dorthin, wo auch ihre Vorgängerfauna ihre Laufbahn beendete. Eine Grenze zwischen der noch primitiven I ransgressions-Landfauna und der spe­zialisiertem Regressions-Höhenfauna zu ziehen, ist natürlich vollkom­men unmöglich. Hier schaltet sich weiters die intrazonal-interkonti­nentale Migration (besser: Ausbreitung) ein: mit der fortschreitenden Regression entstehen große Kontinentalverbindungen, die auch durch die riesige Ausbreitung der Steppen des klimatisch kontinental-arid gewordenen Milieus begünstigt, eine weitgehende Ausbreitung, bzw. einen Faunenaustausch größter Dimensionen ermöglichen. Das Er­scheinen der neuen Faunenelemente gibt eine faunistisch so scharfe Abgrenzung, daß wir beinahe geneigt sind, die Grenzziehung auf Grund der Entwicklungs-Wellen durchzuführen, umsomehr. als sie im neuen Milieu das am Ende seiner Entwicklungsbahn aussterbende endemische Element überleben und in der nachkommenden, neuen Periode ebenfalls vertreten sind (oder wenigstens in der kontinental werdenden zweiten Phase der Periode aus den nördlicheren Zufluchts­stätten zurückfluten; das ist zugleich die Erklärung der Tatsache, daß die arktischen Faunen in einem weit größeren Prozentsatze aus Einwanderern anderer Kontinente bestehen, als aus endemischen Formen!). Ich möchte die ganze frage in der Form lösen, daß ich das Abklingen der Faunenwelle als Primärgrenze annehme, das Erschei­nen der neuen Einwanderer dagegen (als Folge eines erdgeschichtlich nicht als Grenze annehmbaren Ereignisses: z. B. Entstehen einer möglicherweise ganz kleinen Landverbindung) nur zur Teilung der erdgeschichtlich-faunistischen Periode in eine Transgressions- und eine Regressions-Phase verwende. Vergleichen wir nun die tektonisch-stratigraphisch ermittelten Einzelabschnitte der jungtertiär-quartären Phase, so erzielen w ir folgende Ergebnisse: Im Allgemeinen ist die ganze Phase einerseits durch zwei Ein­wanderungen (Mittelsarmat und Früh\ illafranchium) aus Ostasien ­Nordamerika in drei Perioden geteilt, andererseits ist sie aber auf Grund des Aussterbens der Faunenwellen ebenfalls in drei bis vier

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