Rotarides Mihály (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 34. (Budapest 1941)
Kretzoi, M.: Betrachtungen über das Problem der Eiszeiten. (Ein Beitrag zur Gliederung des Jungtertiärs und Quartärs)
bzw. die Kompression aufbeben, wodurch ein Zerfallen der komprimierten Massen verursacht wird. Demgemäß können im Erdgeschehen zwei Evolutionsphasen unterschieden werden: 1. Ph asen mit Tangentialkompression (verursacht durch die Polllucht der Massen). Charakterisiert sind sie in der Zone der jeweiligen ..alpinen Erde" durch kanonische Hebung der Massen, sowie als Endphase durch kürzere Orogenphase. (Äquatorwulst ist neu aufgebaut.) Vulkanismus sialisch. Außerhalb der alpinen Zone theoretisch thalat tokra tische Bewegungen, praktisch jedoch nur als Einsenkung in der Polarregion zu berücksichtigen. 2. Phasen ohne Tangentialkompression. Die Verlagerung der Rolationsachse gegenüber der inneren Massenachse strebt zuerst zur Destruktion des alten Äquatorwulstes, was mit dem Zerfall desselben beginnt. (Große Bruchsysteme entstehen, begleitet von umfassenden Transgressionserscheinungen im Bereich des destruierten Orogens.) Simatischer (basischer) Vulkanismus überwiegt. Jede neue Phase des Erdgeschehens beginnt also mit dem Zerfall des bestehenden alpinen Systems, begleitet von Transgression, Bildung von Bruchsystemen, basischen Eruptionen, usw. (Vorphase, oder Transgressionsphase) ; darauf folgt eine lange Periode der Bildung des neuen alpinen Systems durch Tangentialdruck der Polfluchtkraft (Bildung des neuen Äquatorialwulstes), die (im Allgemeinen) Regression verursacht (Hauptphase, oder Regressionsphase), begleitet von „sialischem" Vulkanismus. Die Regressionsphase gipfelt naturgemäß in einem Zustand, in welchem die Tangentialkompression das Orogen aufbaut (Endphase, Egressionsphase, Orogenphase). Theoretisch und praktisch müssen nach diesem Zustand einige Rückflutphasen (Metaphasen) angenommen werden, wenn nicht diese an Stärke rasch abnehmenden Wellen durch eine neue Achsenverlagerung unterdrückt werden. Versuchen wir nun, das hier prinzipiell Diskutierte mit den Daten des uns näher interessierenden Jungtertiärs und Quartärs (8, 9) auch praktisch in Einklang zu bringen, so ergeben sich folgende Schlüsse: Das Alttertiär endet mit der großen Regression im Oberoligozän, dessen Endphase in einer Egression (kontinentales Aquitan in Mitteleuropa, Voraquitan in Westeuropa), bzw. in der savischen Orogenphase kulminiert. Der Endphase dieser paläogenen Hauptphase folgt eine große Transgressionsphase (Aquitan-Torton) als Vorphase der mit dem Sar-