Rotarides Mihály (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 34. (Budapest 1941)

Kretzoi, M.: Betrachtungen über das Problem der Eiszeiten. (Ein Beitrag zur Gliederung des Jungtertiärs und Quartärs)

aber auf diese eingebe, müssen einige Begriffe näher besprochen werden. Es handelt sich dabei um die Theorie der Tektogenese, die auf Grund der üblichen Erklärungen nicht zur hotistischen Betrachtung des Gesamt-Erdmechanismus ausreicht. Ohne die üblichen Theorien widerlegen zu versuchen, gebe ich — in der Hoffnung, dies in Balde eingehender erörtern zu können — einen Erklärungsversuch, der uns vielleicht einer ganzheitlichen Betrachtung des geomeehanisehen Ge­schehens näherbringen wird. Seit dem ersten Moment, in welchem bei der Erstarrung der irdischen Massen die sofortige isostatische Ausbalanzierung sämt­licher Massenteile, besonders der Oberfläche, die auf das Gleich­gewicht störend einwirkten, nicht stattfinden konnte, begann die aus der Labilität der isostatischen Verhältnisse stammende Kraft z. T. auf die Rotationsachse zu wirken, indem sie diese abzulenken ver­suchte. Gelang das nur im kleinsten Ausmaße, so entstand schon eine ganze Reihe weiterer isostatischer Störungen (gemeint ist hier die Isostasie der rotierenden Geoidschalen, also eine kinetische Tan­gential-Isostasic, gegenüber der statischen Radial-lsostasie). Bis zum Erreichen eines nur theoretisch vorstellbaren Stadiums vollkommener Tangential- und Radial-lsostasie ist mit einer tatsächlich in keinem Augenblick zum Stillstand kommenden Konkurrenz zu rechnen. In dieser praktisch stets wirksamen Rivalität der Rotationsachse und der theoretisch stabilen Massenachse bekommen wir eine tan­gentiale Kraft, die alles dynamische Geschehen auf der Erdober­fläche, also Wanderung der Kontinente, Orogenèse und indirekt sämt­liche epirogenetische Erscheinungen verursachen kann. Aus dieser Erklärung geht das orogene Gleichzeitigkeitsgesetz zwangsläufig her­vor, ebenso wie das Kanon der Geosynklinalbewegungen. Die von EÖTVÖS (6) begründete, später auch von KOPPEN (7) vertretene Theo­rie der Polflucht der Kontinentalmassen ist nur ein Spezialfall dieser Achsenrivalitäts-Theorie. Außerdem w 7 äre diese Polflucht ohne Achsenrivalität immer genau auf dieselbe Äquatorialzone gerichtet, was natürlich bei weitem nicht zutrifft. Überdies dürfte sie dann auch keine Periodizität aufweisen. Nehmen wir nun die tektonischen Vorgänge als Resultate dicsei Kräftewirkungen an. so ergibt sich logisch erweise, daß diese Kräfte auf das Einzelgebiet rhythmisch (je nachdem, ob es sich um fort­schreitende Vervollkominung eines Gleichgewichtszustandes handelt, oder aber um einen Abbau des eben erreichten Zustandes zum Beginn einer Neuordnung der Massen) tangential komprimierend einwirken,

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