Rotarides Mihály (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 34. (Budapest 1941)
Gaál, I.: Das Klima des ungarischen Moustérien im Spiegel seiner Fauna
deshalb weitgehendst gerechtfertigt. Ks ist nämlich auf der Hand liegend, daß besonders während der Dauer einer längeren interglazialen Periode alle möglichen Arten der Klima-Typen in Erscheinung treten können, ausgehend vom sehr kalten (glazialen) Typus bis zum sehr warmen, mitunter sogar wiederholt. 12 Unter Vermeidung der weiteren Detailfragen muß ich aber noch darauf hinweisen, daß Geologen und Archäologen das Moustérien im vollen Einverständnis in die ..Riss-Würm"-Zwischeneiszeit verweisen, so dafi also die Kultur und damit die Rolle des Homo primigenius noch weit in das Würm 1 hineinreicht. Das Klima dieses Zeitabschnittes, der vom Jahre 182,000—110.600. also rund 71400 Jahre dauerte, gestaltete sich nach. V. BACSÁK auf folgende Weise: Nach einer kurzen, 2000 Jahre anhaltenden Übergangsperiode, die auf das ..Kiss II"" folgte, war das Klima Mitteleuropas 9800 Jahre hindurch warm (antiglazial) und weitere 10200 Jahre hindurch subtropisch. Dann trat nach einer sehr kurzen Übergangsperiode von 1700 Jahren ein 12300 Jahre andauerndes kaltes, subarktisches Klima die Herrschaft an; das Ende dieser kalten Klimaperiode ging — nach ihrem astronomischen Charakter zu schließen — schon in einen glazialen Abschnitt über, der 5500 Jahre anhielt und von den Archäologen als „Prae-Würm" bezeichnet wird. 11 Nach einer darauffolgenden, sich sehr rasch abspielenden Erwärmung (6700 Jahre) trat eine echte Wärmeperiode (11200 Jahre) auf, die dann nach einem kurzen. 600-jährigen Übergang in die ..Würm F'-Eiszeit Europas einmündete, die 11400 Jahre anhielt. Wir wollen nun versuchen, einen Vergleich zwischen dem von BACSÁK nachgewiesenen, abwechselnden Auftreten der Klima-Typen der „Riss-Würm"-Zwischeneiszeit und den anläßlich der Ausgrabungen in unseren Höhlen erhaltenen stratigraphischen und paläontologischen Ergebnissen zu ziehen. Aus der vorstehenden Tabelle geht nun eine ganze Reihe von Tat12 Wenn es sich aber darum handelt, die Zwischeneiszeiten kurz, zusammenfassend, im Gegensatz zu den Eiszeiten zu charakterisieren, dann ist die Bezeichnung „milder Zeitabschnitt" sicherlich gerechtfertigt, nur dürfen wir natürlich darunter nicht ein allgemein und kontinuierlich warmes Klima verstehen, sondern nur ein Klima, das eben milder ist als das der Polargegenden, oder wenigstens ein wechselndes Klima. 13 Diesbezüglich bemerkt BACSÁK, daß das kalte Klima dieser Periode nur in den höchsten Gebirgen, sowie in den Gebieten nördlich von Narvik zu einer geringen Zunahme der Vergletscherungen geführt haben mag, im übrigen aber „das normale Klima Europas, also die Vorherrschaft der West-Zyklone nicht auf den Kopf stellen konnte."