Pongrácz Sándor (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 31. (Budapest 1938)

Szalai, T.: Fossile Testudo-Reste aus dem Pleistozän Maltas. Gedanken über das sogenannte nordische Entstehungszentrum der Tiere

welchem sich auch Testudo Despotti entwickelt hat, in der pon tischen oder in der dieser vor­hergegangenen Zeit auf den Malt a-S izilien Blokk gelangt ist. Da Testudo Despotti die größte Ähnlichkeit mit Testudo Hermanni zeigt, so ist es wahrscheinlich daß beide auf einen gemeinsamen Stamm zurückzuführen sind. Testudo Hermanni lebt heute noch in Sizilien (8. p. 542). Die am Ende des Tertiärs oder im Quartär stattgefundene Trennung von Sizilien und Malta erlaubt die Annahme, daß diese Ärtabsonderung zu dieser Zeit begann. Auf Malta lebten im Quartär auch Riesenschildkröten. Früherer Meinung nach konnten die Tiere dort wo sie keine Feinde hatten und die Nahrung im Überfluß zur Verfügung stand, zu einer riesigen Körpergröße gelangen. Diese Bedingungen bestanden haupsächlich auf den Inseln, wo durch Isolation gewisse Reptilien und Vogel riesige Formen erreichten. Jedoch kann ich den Riesenwuchs der Schildkröten mit der eventuell bereits im Mittelpliozän erfolgten Absonderung des Sizilien-Malta Blokkes nicht erklären. Im Gebiet des Mittelmeeres lebten nämlich im Tertiär von oberen Eocän bis einschließlich zum Pleistozän an den verschiedensten Orten Riesen­schildkröten (Fayum, Frankreich, Spanien, Teneriffa, Roussillon, Saloniki, Pikermi, Samos, Malta, Gibraltar, Menorca, S. Andres und hierhergereclmet auch das ferner gelegene Gebiet Szurdokpüspöki (Nord-Ungarn) [13]). Auf sämtlichen aufgezählten Gebieten fehlten mehr oder weniger die angenommenen Bedingungen. Ein so häufiges Vorkommen der Riesenschildkröten ist durch Isolation umso weniger zu erklären als mehr oder minder als er­wiesen angenommen werden kann, daß diese Fundorte damals als die Riesenschildkröten lebten, noch gar nicht auf Inseln lagen, son­dern verweist eher auf den kontinentalen Zusammenhang dieser Gebiete. So wurde die Verbreitung der Riesenschildkröten möglich. Ohne Detailfragen zu berühren, verweise ich auf die Riesenschild­kröte aus Samos (12). Diese Art lebte im unteren Pliozän. Hier muß ich noch betonen, daß sie mit Raubtieren zusammen lebte (1. p. 141). Bezüglich der Verhältnisse im ägäischen Gebiet im Quartär schreibt Seidlitz folgendes (7. p. 305): „Nach der Ablagerung der levantischen Süßwasserschichten und vor der marinen Transgression des Calab­rien, der Altquartären Zeit, begannen erst die Einbrüche, die zur heutigen Zertrümmerung des ägäischen Landes führten, die ihren Höhepunkt aber vielleicht erst im Quartär und sogar Postquartär erreichte." Aus der Feststellung von Seidlitz ergibt sich also, daß Samos mit dem Kontinent im Pliozän noch in festländischem Zu-

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