Csiki Ernő (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 27. (Budapest 1930-1931)

Gaál, I.: A hódmezővásárhelyi neolitkori telep gerinces maradványai

Die endgültige Erledigung dieser Frage ist schon darum wünschens­wert, weil sich noch immer die Ansicht hält, das man die Haustiere in allen Fällen aus entfernteren Gegenden eingeholt hat . und nicht durch die Zähmung dort lebender wilder Arten züchtete ; — andererseits, dass besonders das Hausschwein, nicht von Sus scrofa, sondern vonSus palustris stammen soll. 1 ) Diese Frage verwickelt ganz interessant der Umstand, dass nach F. OTTO'S Forschungen schon im Zeitalter der älteren Pfahlbauten das Hausschwein existierte und dieses entschieden die Merkmale des Sus palustris an sich trug. — Das Hausschwein der jüngeren Pfahlbauten­zeit aber zeigt schon verschiedene Merkmale der Degeneration. 2 ) Weiter bedeutet hier die Aufführung des Bos taurus (brachyceros) und des Bos primigenius auch eine interessante Verwicklung. Die gezähmte Form des letzteren, welche schon aus der Zeit der Pfahlbauten bekannt ist. unterscheidet sich nach RŰTIMETEB vom osteologischen Standpunkt aus nicht von der wilden Stammform. Da aber die Neolitbewohner vom Kökénydomb schon die häusliche Form des Rindes kannten, so nehme ich selbst den Standpunkt WILCKEN'S an. und erachte es als bestimmt, dass sie sich nicht mit der Zähmung des mächtigen, wilden B. primi­genius quälten. 3 ) In den Augen der Bewohner des Kökénydomb be­deutete der dort wild lebende B. primigenius jedenfalls eine von ihrem Hausrind wesentlich verschiedene Art. Wie C. KELLER 1 ) schreibt, ist die Ziege überall die Begleiterin des Anfangs der Haustierzucht. Sie tritt schon in der frühesten Zeit der Pfahl­bauten auf, d. h. sie ist im Anfange häufiger als das Schaf. Die Ziegen am Kökénydomb sind die positiven Beweise der Primitivität der dortigen Tierzucht, und gestatten uns den Schluss, dass die hiesige domestizierte Ziege von Capra aegagrus stamme. Auch die Klärung dieser Frage ist sehr wichtig und bei der detaillirten Erforschung des Alföld muss ihr eine gesteigerte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Aus der Erforschung der Reste der wildlebenden Wirbeltiere ab­geleiteten wichtigeren Ergebnisse veranlassen mich, wenn auch teilweise wiederholend, zwei Dinge hervorzuheben. ') Anderseits haben RÜTIMKYÜI: und A. NEHEIM; gewichtige Beweise für die Abstammung des Hausschweines von Sus scrofa angeführt. *) F. OTTO : Osteologische Studien zur Geschichte des Torfschweins (Sus scrofa palustris Ri'T.) und seiner Stellung innerhalb des Genus Sus. Genf 1901. a ) Auch NEHBIHG'S Standpunkt tangiert diese Auffassung nicht. Nach NEHLÎING sind nämlich alle domestizierten Rinder, mit Ausnahme der Abkömmlinge des Banting und Jack — Abgestammte des B. primigenius. 4 ) S. p. 181.

Next

/
Thumbnails
Contents