Csiki Ernő (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 25. (Budapest 1928)
Pongrácz, S.: Die fossilen Insekten von Ungarn, mit besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der europäischen Insekten-Fauna
Formen infolge den, während der Eiszeil eingetretenen grossen Umwälzungen und Änderungen der Lebensbedingungen, als völlig unhaltbar verwerfe. Für die Wahrscheinlichkeit solcher Umprägung spricht auch die Flügellosigkeit mancher Formen, die als Relikte einer Eiszeitfauna zu betrachten sind, ferner der Umstand, dass solche apteren Formen aus der Tertiärfauna fast unbekannt sind. Meiner Arbeit vorangehend, kann ich es mir nicht versagen, einige Bemerkungen über die Bedeutung der Fundstelle von Radoboj, die für meine Forschungen als wertvolles Material diente, vorauszuschicken. Die geologischen Verhältnisse dieses Terrains, das unweit von der berühmten Fundstelle des Urmenschen von Krapina am südlichen Fusse eines von Ost nach West ziehenden Gebirgskammes liegt, wurden schon im Jahre 1848 und 1849 von den bekannten Geologen MOBLOT klargelegt. 1 Nach seinen Forschungen wird dieses Gebirge hauptsächlich von dolomitischen Kalkstein gebildet. Dies bezieht sich besonders auf die Eozänformation, die an Forami niferen, Muscheln, Nummuliten und Korallen reich ist, aus der aber keine Reste von Insekten zum Vorschein kamen. Die darauffolgende Miozänschichte wird von Lehm und Sand gebildec. Die Gesteine bestehen einmal aus gräulichem, schieferartigen Mergel, mit mehr kalkigem Gehalt, ein anderesmal aus gelblichem, nicht schieferartigen lehmigen Mergel, der sich für die Erhaltuug der Reste als ziemlich günstig erwies. Sowohl die Flora, wie auch die Fauna dieser Zeit kann als die mannigfaltigste bezeichnet werden, wie dies schon aus den Bemerkungen von BOUE, 2 der das allererstemal auf ungarischem Boden palaeoentomologische Forschungen unternahm, leicht zu entnehmen ist: „A Radeboy, ces roches fort argileuses contiennent dans certains lits argileux des rognons fort irregubers de soufre massif brunjaunatre, qu'on exploite, et qui sont à l'ordinaire gros comme le poing. Certaines marnes schisteuses qui l'accompagnent, sont pleines d'impressions de feuilles d'arbres, voisines de celles du saule, du platane etc. et il ya en même temps des impressions de conferves, de petits poissons d'eau douce d'insectes diptères et hyménoptères, et d'un insecte ressemblant un peu a des sauturelles." Ein, in der Sammlung der wiener Geologischen Bundesanstalt befind1 Über die geologischen Verhältnisse von Radoboj in Kroatien. (Jabrb. Geol. Reichsanstalt. Wien, 1850, p. 268-279). 2 Journ. Geol. 1831. III. p. 105.