Csiki Ernő (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 25. (Budapest 1928)
Pongrácz, S.: Die fossilen Insekten von Ungarn, mit besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der europäischen Insekten-Fauna
liches ansehnliches Gestein vermag dies vortrefflich zu veranschaulichen, welches nebst verschiedenen Pflanzen auch viele Abdrücke folgender Insekten bewahrte : Peius pilosa, Chrysomela Morloti, Formica obscura, Redtenbacheri, occultata, acuminata, Myrmica coneinna, Oedipoda melanosiicta, Oedipoda sp., Ponera luyubris var., Mycetophila antiqua, Mycetophüa sp. Weitere bahnbrechende Forschungen wurden von UNGEE und ETTINGSHAUSEN 1 ausgeführt, denen es gelang mit dem Nachweis der Cinchoniacea, Malpighiacea, Palmae, der Formen Ficus etc., anderseits der Gattungen Ulmus, Betula, (arpinus, Pinns, Ternstroemia radobojana EU., Posa etc., auch den Mischcharakter dieser Flora festzustellen und daraus auch auf ein gemässigtes, sogar subtropisches Klima des Miozäns zu schliessen. Ähnliche Vermeugung dieser Elemente — so schreibt seinerzeit ETTINGSHAUSEN — finden wir nur auf der Insel Cuba. Woher also diese interessante Vereinigung zweier Florenelemente! Nur eine Erklärungsweise dürfte — so fährt ETTINGSHAUSEN fort — statthaft erscheinen. Nahe der Meeresküste, an welcher die Schichten von Radoboj abgesetzt wurden, konnte sich ein höheres Gebirge erheben, auf dessen Abhängen jene Pflanzen, die ein gemässigtes Klima benöthigen, die Bedingungen ihrer Existenz vorfanden, während tiefer unten an der Küste der Einfluss grösserer Wärme und Feuchtigkeit eine tropische Flora hervorrief. An den meisten Versteinerungen sind auch Abdrücke von Meerestange deutlich zu erkennen, und dies lenkte auch die Aufmerksamkeit von MOELOT, der sich schon damals nicht scheute in seinem Vortrage: „Über die Verbreitung des Meeres im Gebiet der nordöstlichen Alpen während des Miozänperiode" in Beleuchtung einer kritischen Prüfung diesbezüglich die folgende, wichtige Erklärung abzugehen: „Das niedere, ziemlich horizontale Hügelland, welches die Alpen umsäumt, besteht, wie bekannt, aus den Schichten der Miozänformation, welche hier eine äusserste Höhe von beiläufig 1500 Fuss ü. d. M. erreicht. Bisher glaubte man, die Ausdehnung und Höhe dieser Ablagerungen zeige zugleich die Ausdehnung und Höhe des früheren Meeres an, in welchem sie sich gebildet hatten, allein im Innern der Alpen findet man dieselbe Formation in viel grösseren Höhen". „Diese ihre ungleiche Lage erklärte man früher entweder durch ungleiche Hebungen des Landes am Ende der Miozänperiode, oder besonders dadurch, dass man annahm, man habe es hier mit Ablagerungen früherer Süsswasser-Seen zu thun, welche in verschiedenen Höhen über dem Meere standen und deren Dämme früher durchgerissen wurden. Diese Ansicht wurde noch durch den Umstand unterstützt, dass man hier 1 Sitzungen der Geol. Reiehsanstalt. Wien. 1850, p. 364 — 366, 374.