Csiki Ernő (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 25. (Budapest 1928)
Pongrácz, S.: Die fossilen Insekten von Ungarn, mit besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der europäischen Insekten-Fauna
und zugleich des Systematikers als erschöpft betrachtet werden kann, nachdem auch die Systematik sich schliesslich nur eine (űnzige grosse Aufgabe zu erkennen hat, ein. auf Verwandtschaftsverhältnisse beruhendes System der Arten darzulegen. Die Forschungen der Palaeontologen und Entomologen spalten sich dennoch auch hier entzwei. Während der Entomologe diese Verwandtschaftsverhältnisse nur auf Grund der Zerstückelung des Artbildes kennen lernt, so wirft der Palaeontologe die Art nicht in die Schrotmühle vieler Systematiker. Er ist vielmehr angestrebt, die Merkmale der Formen auch in den höheren systematischen Einheiten, in den Gruppen vergangener Formen zum Ausdruck zu bringen. Zur Verwirklichung dieser Methode begnügt sich aber der Palaeontologe weit nicht allein mit den Resultaten der Morphologie. Dieselbe wird mit den ontogenetischen Methoden immer mehr verknüpft. Die Bedeutung der Vereinigung dieser zwei Forschungsrichtungen ist aus den phylogenetischen Forschungen der Oedipoden und verwandten Gruppen klar zu erkennen (Fig. 1). Diese an Arten ungemein reiche Galt ung bewohnt nicht nur den eurasiatischen Kontintent, sondern auch Nordamerika und Afrika. Sowohl im Gesamthabitus, wie in der Zeichnung der Flügel haben sämtliche Oedipoden, trotz mancher Ubergangsformen und Abweichungen vom Typus, so viel gemeinsames, dass der einheitliche Charakter dieser Gruppe nicht bezweifelt werden kann. Dennoch zerspaltete SAUSSURE schon vor vierzig Jahren die Gattung Oedipoda in zwei Gruppen. Diejenigen, Allen, die das für diese Gruppe bezeichnende Merkmal, den Schenkelknick beibehielten, rechnete er zu den Oedipoden, während er diejenigen Arten, welche diesen Schenkelknick einbüssten, als Celes abtrennte. Wieweit dieses systematische Verfahren für die Forschungen des Palaeontologen ausreicht, darüber sind wir durch die Tatsachen der Ontogenie zur Genüge unterrichtet. Vergleichen wir nämlich die jungen Larven der Oedipoden mit den geschlechtsreifen Formen dieser Gattung, so finden wir, dass die fragliche Einbuchtung bei denjenigen noch nicht vorhanden ist, und dass Fig. 1. — Entwicklung des Sclienkelknick.es von Oedipoda. a = junge Larve ; b = Subimago ; c = Imago.