Csiki Ernő (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 25. (Budapest 1928)

Pongrácz, S.: Die fossilen Insekten von Ungarn, mit besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der europäischen Insekten-Fauna

dieselbe sich erst im Laufe der Entwicklung allmählig ausbildet, so dass wir im Sinne des entomologischen Systems nur die Imagos den Oedipoden einreihen dürften, hingegen die Larven zur Gattung Cetes, eine Betrachtimg, aus der leicht ersichtlich ist, wie wenig systematische Bedeutung gewissen Merkmalen beigelegt werden kann. Immerhin sind diese Tatsachen in einer anderen Richtung zu ver­werten, sie sind von phylogenetischer Bedeutung. Da der bespro­chene Schenkelknick bei den Oedipoden sich nur allmählig entwickelt, so kann derselbe phylogenetisch als Progressi v-Merkraal ange­sprochen werden und in diesem Sinne ist nicht mehr daran zu zweifeln, dass sämtliche Oedipoden aus einer Gruppe abzuleiten sind, die den Schenkelknick noch nicht besass. Durch welche Formen diese Gruppe vertreten sein mag, über dies sind wir nochmals durch die Ontogenie und die palaeontologischen Belege, und nicht durch die Systematik rezenter Arten unterrichtet. Wir kennen eine ganze Reihe fossiler Oedipoden, die den Schenkelknick noch nicht entwickelten, die aber dafür ganz ähnliche Bildung des thorakalen Vorsprunges aufzuweisen haben. Dies sind die fossilen Oedipoden. Somit scheint der Zusammenhang beider Formen sichergestellt zu sein. Dieselben haben aber auch andere Merkmale and als solche sind vor allem die Anordnung der Flecke und die grosse Varia­bilität in der Fleckenbildung zu bezeichnen. Auf Grund derselben ist der Stammbaum der Oedipoden noch weiter zurück zu verfolgen. Schon die amerikanischen Oedipoden bezeugen die marmorierte Flügelzeichnung, und wurden auch auf Grund dessen von der Gattung Oedipoda als Pardalopkora getrennt. Ähnliche Zeichnung der Flügel sind aber auch bei den miozänen Oedipoden anzutreffen, die also mit den Pardalophoren eng verknüpft sind. Es ist nunmehr festzustellen, in welcher von beiden wir die ältere Form zu betrachten haben? Die Ontogenese der Flügelzeichnimg klärt auch diese Frage. Ganz junge Larven der Oedipoden haben noch kein ausgeprägtes Farbenkleid, ihr Körper ist marmoriert oder mit Punkten, kleinen winzigen Fleckchen besät, ohne deutliche Ausprägung irgend eines Farbenmusters an den Flügelanlagen zu zeigen, dafür mit unregelmässi­gen Flecken bestreut, die sich später zu dem Querbandtypus anordnen. Da viele Übergänge von diesem primitiven Typus der Zeichnung zu dem Querbandtypus hinüberleiten, so steht uns nahe anzunehmen, dass die Oedipoden sammt den Pardalophoren aus Formen abzuleiten sein dürften, bei denen noch keine Ausprägung des Farbenkleides stattfand. Von gewisser phylogenetischen Bedeutung ist endlich auch der Bau der Thorakalkanten. Bei der Mehrzahl der Oedipoden sind solche vor­handen, dennoch giebt es Formen, die nur eine primitive Anlage dieser

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