Csiki Ernő (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 25. (Budapest 1928)
Pongrácz, S.: Die fossilen Insekten von Ungarn, mit besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der europäischen Insekten-Fauna
nur Versteinerungen von Stisswasser, besonders von Landpflanzen kannte. Die Annahme von ungleichen Hebungen führt, wenn man die Erscheinungen ins Detail verfolgt, zu einer so erkünstelten Verwicklung, dass man sie bald als naturwidrig aufgeben muss. Die zweite Annahme von abgesperrten Süsswasser-Seen widerlegt sich direkt und bestimmt durch den Umstand, dass die Formation selbst die höchsten Wasserscheiden, wie diejenige zwischen Obdach und Reichcnfels und die von Taron ununterbrochen überschreitet. Man wird so zu dem Schlüsse geführt, dass die miozänen Ablagerungen in den östlichen Alpen und Grund eines Meeres stattfanden, welches beiläufig 3500 Fuss über dem gegenwärtigen Spiegel desselben stehend, alles überflutete, was tiefer lag". Der Erhaltungszustand der Reste verschiedener Sammlungen dürfte nach den Äusserungen der Paläeontologen äusserst verschieden sein. MOELOT schreibt diesbezüglich folgendes: „Ihre Erhaltung grenzt zuweilen an das Wunderbare, nicht nur, dass z. R. die Nervatur der Flügel vollkommen deutlich ist, sondern man bemerkt oft sogar die Farbenzeichnung und auf einigen Gelsenflügeln ist das Irisieren im schief da raulfallenden Sonnenlichte zu sehen". In dieser Beleuchtung klingt die Bemerkung HEEE' s 1 über eine fossile Fliege: „Ein sehr schon erhaltenes Exemplar, nur sind die Flügel grossenteils zerstört", allerdings köstlich, ein Umstand, woraus die Ungleichwertigkeit verschiedener Stücke zur Genüge erhellt. Diesbezüglich sei noch zu bemerken, dass die prachtvollsten Stücke aus der MoELOT'schen Ausbeute und aus der Sammlung von SEYEEIED in Konstanz, ferner aus der seinerzeit in Grätzer Museum aufbewahrten Ausbeute von UNGEE herstammen. Die mir vorliegenden Versteinerungen der ungarischen und österreichischen Sammlungen sind nicht so klar, wie z. B. diejenigen des lithographischen Schiefers des Lias, da der Einschluss der Formen nicht ohne Druck und Pressung erfolgte. Demnach sind die Reste sehr oft deformiert. Ein weiterer Grund für die mangelhafte Erhaltung liegt darin, dass die meisten Insekten im Sedimentgesteine eingebettet sind, dass also sehr viele Reste der Wirkung des Wassers ausgesetzt waren. Dit 1 meisten Stücke haben auch die Farbe eingebüsst. in der Ungarischen Geologischen Reichsanstalt wurde also die neue palaeonthologische Methode erprobt, das Beleuchten der Fossilien mit ultravioletten Strahlen, ein neues Verfahren, das aber nicht den erwarteten Erfolg erbrachte. Die meisten Fossilien sind nämlich Pseudomorphosen, negative Abdrücke, die somit keine organischen Reste bewahrten, sich also für solche Methode nicht 1 Vergl. Insekteniauna von Jeningen und Radoboj. II. p. 220.