Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)

Méhely, L.: Archaeo- und Neolacerten. (Erwiederung an die Herren G. A. Boulenger, F. R. S. und Dr. F. Werner)

ARCHAEO- UND NEOLACER l EN. 489 höchst charakteristisch ist, dass aber Herr BOULENGER diesen Charakter bei anderen, von ihm für L. murttlis betrachteten Arten vermisst, ent­kräftet durchaus nicht meine Behauptung. Übrigens ist zu bemerken, dass das erste Postoculare manchmal der Quere nach in zwei Schild­chen zerlegt ist und wenn man im solchen Fall nur das untere Schild­chen für das Postoculare anspricht, so vermisst man natürlich den erwähnten Charakter, diese Deutung ist aber unrichtig, da man sich bei Vergleichung normaler Stücke leicht überzeugen kann, dass die Quertheilung individueller Natur ist, und wenn man die beiden Theile zu einem Ganzen zusammenfügt, so besteht die Regel unverändert. Solche individuelle Fälle sind übrigens ziemlich selten. Ich behauptete und behaupte es noch, dass die muralis-'áhnlichen platycephalen Lacerten durch ein keilförmiges, den Lateralrand des Parietalschildes ausschweifendes Supratemporale ausgezeichnet sind, welchem Charakter eine um so grössere Bedeutung beigemessen werden muss, als demselben eine constante osteologische Eigenschaft zu Grunde liegt. Bei den Archaeolacerten bildet nämlich stets das äussere, schwach oder garnicht incrustierte Postfrontale die Knochenunterlage dieses Schildes, während bei den Neolacerten, bei denen das keilförmige Supra­temporalschild fehlt, die beiden, mit einander fester verbundenen oder ein­heitlich verschmolzenen 1 Postfrontalia gemeinschaftlich von dem Parietal­schild bedeckt werden. Da dieses Verhalten die beiden Gruppen scharf charakterisiert, ergibt sich von selbst eine werthvolle phylogenetische Grundlage für die Beurtheilung der Zusammengehörigkeit der einzelnen Formen. Derartige, selbstredende Charaktere in den Brennpunkt phylo­genetischer Betrachtungen zu stellen, ist hoffentlich kein Vergehen. Von ähnlicher Tragweite sind auch die übrigen, von mir er­schlossenen Charaktere des Schuppenkleides, was von den von Herrn BOULENGER herangezogenen adventiven Eigenschaften nicht behauptet werden kann. IX. Et h of Ölfische Eigenschaften . In meiner vorläufigen Mittheilung habe ich eine kurze Skizze der ethologischen Eigenschaften der Archaeo- und Neolacerten entworfen, die Herrn Dr. WERNER «nicht sehr glücklich gewählt» scheint. 2 «Wenn Verfasser die platycephalen Formen weniger flink, scheu, aber tölpisch, die pyramidoceplialen hurtig, mehr aufgeweckt und rauflustig nennt, so muss sich dies auf spezielle Erfahrung des Verfassers in Ungarn be­1 So bei Lacerta vivipara JACQ. Recension im Zoolog. Zentralbl., XIV, 1907, p. .517.

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