Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)

Méhely, L.: Archaeo- und Neolacerten. (Erwiederung an die Herren G. A. Boulenger, F. R. S. und Dr. F. Werner)

490 L. v. méh ELY ziehen» •— meint mein verehrter Referent. Ich bedauere, dieser An­schauung in jeder Hinsicht widersprechen zu müssen. Darin hat Herr Dr. WEENER vollkommen Recht, dass der von mir gegebenen Charakterisierung meine hauptsächlich in Ungarn gesam­melten speziellen Erfahrungen zu Grunde liegen, ich kann aber nicht glauben, dass sie deshalb weniger werthvoll wären, vielmehr werden dieselben durch Beobachtungen anderer Gewährsmänner auch für die Arten anderer Gebiete vollkommen bestätigt. LORENZ MÜLLER, ein vorzüglicher Kenner der Lacerten, schreibt über die in Corsica einheimische platycephale Lacerta reticulata BEDR. {= L. Bedriagae C AM .) auf Grund persönlicher Erfahrung: «Die Bewe­gungen der Lacerta bedriagae sind nicht so behend, wie die der meisten übrigen Formen der Muralis-Gruppe, immerhin aber noch rasch genug. Was den Tieren indes an Schnelligkeit abgeht, ersetzen sie durch ihre Vorsicht doppelt und dreifach. Ist Lacerta bedriagae nicht gerade auf der Nahrungssuche, so hält sie sich mit Vorliebe in der Nähe eines Schlupfwinkels auf, in welchen sie sich bei drohender Gefahr mit einer gewissen Gelassenheit, aber stets rechtzeitig zurückzieht.» «Ein derart geschäftiges Hin- und Herrennen, wie ich es bei anderen Arten der Muralis-Gvwppe schon des öfteren beobachten konnte, bemerkte ich bei Lac. bedriagae nie. Ihr ganzes Wesen atmet eine gewisse Würde.» «Indes ist Lacerta bedriagae nicht so zornmütigen Naturells, wie andere Eidechsen, z. B. Lac. peloponnesiaca oder der Erzraufbold Lac. dug esi. » 1 Eine im Grunde sehr ähnliche Schilderung gab ich über die ultraplatycepbale Lacerta Horváthi M ÉH . der Kapela und des Yelebit­gebirges, 2 Dr. SCHREIBER über die extrem platycephale Lacerta nioso­riensis KOLOMB., 3 ähnliche Beobachtungen machte Dr. A. LENDL in Klein-Asien betreffs der typisch platycephalen Arten Lacerta anatolica WERN. und Apáthya cappadoiica WERN. 4 und selbst Herr Dr. WERNER unterstützt meine Schilderung, da er über die kleinasiatische, ebenfalls rein platycephale Larcrta saxicola var. bitlrynica mihi (seine L. depressa und L. chalybdea) aus persönlicher Erfahrung berichtet: 5 «Ihre Behen­digkeit ist nicht eben gross, so dass man bei einiger Übung und Geduld wohl fast jedes gesehene Exemplar mit der Hand erlangen kann.» Angesichts dessen ist es durchaus nicht gewagt zu behaupten, dass 1 Blätter f. Aquar. u Terrarienkunde, XV, 1904, p. 375, 376. - Ann. Mus. Hung., II, 1904, p. 373, 375. Verh. zool. bot. Ges. Wien, XU, 1891, p. 578. 4 Mündliche Mittheilungen. 5 Die Reptilien- und Amphibienfauna von Kleinasien. (Sitzungsb. Akad. Wien, CXI, 1902, p. 1087.)

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