Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)
Méhely, L.: Archaeo- und Neolacerten. (Erwiederung an die Herren G. A. Boulenger, F. R. S. und Dr. F. Werner)
L. v. MÉHELY Onthogenie auf, während sie bei den platycephalen schon an den Beginn gerückt und die Längsstreifung damit verloren gegangen ist». Ich glaube es durch correlative Zustände des Schädelbaues und des Schuppenkleides begründet zu haben, dass die Reticulation der platycephalen Arten nicht an den ontogenetischen Beginn gerückt ist, vielmehr auch heute noch am phylogenetischen Beginn oder wenigstens in der Nähe desselben verharrt. "Wäre die Auffassung des Herrn Dr. WERNEI; richtig, so dürften die Neugeborenen der entschieden pyramidocephalen Laceria tiliguerta GM., oder der extrem pyramidocephalen Lacerta nigriventris BONAP. nicht reticuliert sein. Sie sind aber noch gerade so scharf reticuliert, wie diejenigen ihrer muthmasslichen Stammform, der auch im erwachsenen Zustand stets reticulierten Lacerta reticulata BEDR. Ich bin übrigens nicht der einzige, dem die Berechtigung der EIMER'schen Theorie fraglich ei scheint. Vor Kurzem hat der gediegene amerikanische Forscher C H . 0. W HITMAN darauf hingewiesen 1 und seine Aussage auch durch Experimente erhärtet, dass bei den Tauben das phyletisch ursprüngliche Farbmuster das zerstreut fleckige ist und sogar Herr Dr. WERNER vertrat früher gegenüber EIMER eine Anschauung, die der meinigen sehr nahe steht und aus der folgenden Äusserung ganz klar hervorleuchtet: «Erstens erkenne ich die Ursprünglichkeit der Längsstreifung bei Wirbelthieren überhaupt nicht an»' 2 und noch schärfer: «Die Zeichnung der Eidechsen leitet sich von einer irregulären Fleckenzeichnung ab, wie sie bei allen Wirbelthierclassen und -Ordnungen als erstes Stadium der Zeichnung auftritt». 3 V. Der Schädel von Lacerta tiliffuevta Gm. In meiner vorläufigen Mittheilung habe ich Lacerta tiliguerta GM. auf Grund ihres Schädelbaues in die pyramidocephale Gruppe eingereiht. Dem gegenüber beruft sich Herr BOULENGER auf sein früheres Werk, 4 laut welchem die echte «Tiliguerta» von Sardinien «einen ziemlich stark niedergedrückten Kopf hat, mit ganz plattem oder selbst etwas vertieftem Occiput». Er fügt ferner hinzu, dass der Kopf «ge1 The problem of the origin of species ; Congress of Arts and Sciences, Universal Exposition, St. Louis, V, 1904, p. 18. (Nach einem Referat von Prof. P LATE im Arcli. f. Rassen- u. Gesellschafts-Biologie, III, 1906, p. S6S. « - Unters, üb. d. Zeiclin. d. Wirbeith. (Zoolog. Jahrbücher, System., VII, 1894, p. 395.) : 5 L. c., p. 380. 4 Transact. Zool. Soc. of London, XVII, 1905, p. 409, tab. XXVIII, fig. 7.