Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)

Méhely, L.: Archaeo- und Neolacerten. (Erwiederung an die Herren G. A. Boulenger, F. R. S. und Dr. F. Werner)

ARCHAEO- UND NEOLACERl EN. 481 beherrschende Typus des Farbmusters von dem Weibchen ausgeht, von bemselben auch auf das Männchen überführt wird und nur bei alten Männchen eine Änderung erleidet, die aber schon einem senilen Charakter gleichkommt. Ähnliche Gedanken scheint schon auch Dr. WERNER gehabt zu haben, da er sich folgendermassen ausspricht: 1 «Die Zeichnung (der Reptilien) wird von dem mütterlichen Thiere den Jungen sehr genau überliefert, sie ist bei ihnen am deutlichsten, vollständigsten und kann im Alter höchstens gleich bleiben, aber sich weder vervollständigen noch verdeutlichen ; die einzige mögliche Veränderung ist die Ver­schmelzung von Flecken zu Längsstreifen ...» Meine Anschauung entspricht auch dem heutigen Standpunkte der Vererbungslehre viel eher als EIMER'S Theorie, da den neuesten Unter­suchungen gemäss der weiblichen Keimzelle ein unbestrittenes Uber­gewicht gegenüber der männlichen zugestanden werden muss. Laut JACQUES LOEB 2 unterliegt es keinem Zweifel mehr, dass «der Embryo durch das Ei bestimmt ist, und dass für die erste Entwicklung das Spermatozoon wesentlich, wenn nicht ausschliesslich, nur vermöge seiner entwicklungserregenden, aber nicht vermöge seiner vererbenden Wirkun­gen in Betracht kommt». Hieraus ergibt sich aber mit zwingender Notwendigkeit, dass eine phyletische, die Art charakterisierende Ände­rung des vorhandenen Farbenmusters nur vom Weibchen ausgehen kann und durch physikalisch-chemische Änderungen des Eiplasmas be­dingt wird. Das alte Männchen erwirbt wohl gegenüber dem Weibchen mitunter sehr namhafte und ganz specielle Eigenschaften, die jedoch blos als secundäre Geschlechtsabzeichen oder als senile Charaktere auf­gefasst werden können, da sie weder das für die Art charakteristische Farbenmuster, noch die phyletische Entwickelung desselben beeindussen. Hiermit habe ich in aller Kürze angedeutet, weshalb ich der auch von Herrn BOULENGER befürworteten EiMER'schen Theorie keine Berech­tigung zuerkennen kann. Diese kurze Erörterung enthält zugleich die Antwort auf die Be­merkung des Herrn Dr. WERNER, 3 laut welcher EIMER «gerade diesmal wahrscheinlich recht haben dürfte», da «bei den extrem pyramido­cephalen Formen tritt eben Reticulation, wenn überhaupt, spät in der 1 Untersuch, üb. d. Zeichnung d. Wirbelthiere. (Zoolog. Jahrbücher, System., VII, 1894, p. 381.) 2 Vorlesungen üb. d. Dynamik der Lebenserscheinungen, Leipzig, 1906, p. 277. 8 Recension über meine vorläufige Mittheilung im Zool. Zentralblatt, XIV, 1907, p. 317. Annales Musei S'at tonális Hungarici. V. 31

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