Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)
Méhely, L.: Archaeo- und Neolacerten. (Erwiederung an die Herren G. A. Boulenger, F. R. S. und Dr. F. Werner)
archaeo- und neolacerl en. 477 ten der Unterseite für primitiver und erachte die grossen Rückenschuppen für die Folge einer durch specielle Anpassung erzwungenen beschleunigten Entwickelung, umsomehr, als es eine Anzahl ganz typischer Archaeolacerten gibt (so Lacerta unatolica, Danfordi, saxicola typ., reticulata, oxycephala, hispanica , etc.) mit kleinen und sehr kleinen Rückenschuppen. 3. Selbst das Farbenkleid unterstützt meine Auffassung, da bei den Archaeolacerten sowohl die neugeborenen, als auch die jungen und alten Thiere stets dasselbe Farbenkleid führen, betreffs dessen noch gar kein Geschlechtsdimorphismus besteht. Bei den Neolacerten hingegen ist das alte Männchen stets anders gefärbt als das alte Weibchen. Es dürfte keiner näheren Erörterung erübrigen, dass das in allen Lebens- und Geschlechtsphasen einheitliche Farbenkleid das ursprünglichere ist. Das sind der triftigen Gründe wohl mehr als genug, um die Annahme zu rechtfertigen, dass von den beiden Gruppen der Lacerten die Archaeolacerten die phyletisch ältere, primitivere Gruppe bilden, aus welcher die Neolacerten hervorgegangen sind. Einen Einwand gegen meine Beweisführung muss ich freilich selbst gestatten, nämlich den, dass die von mii für primitiv angesprochenen Eigenschaften auch secundäre Erscheinungen sein können. In gewissen Fällen sind sie es sicher und ich werde in meinem angekündigten Werke öfters Gelegenheit haben auf solche hinzuweisen, doch möchte ich schon hier betonen, dass dieselben ganz specielle Fälle betreffen und es schon a priori auszuschliessen ist, dass sich in einem so weiten Verbreitungsgebiet, bei allen Arten dieselben secundären Erscheinungen einstellen könnten. IV. Die phyletische Entwickelung des Farbenideides. Der unlängst verstorbene Prof. EIMER hat bekanntlich die Behauptung aufgestellt, dass die Längsstreifung die phyletische Ausgangsform kennzeichnet, wogegen ich in meiner vorläufigen Mittheilung behauptete, dass die Längsstreifung gerade die phyletische Endstufe anzeigt. EIMER hat seine Anschauung durch nichts erwiesen, während ich meiner Behauptung eine positive Grundlage verleihen konnte. Meiner Begründung nach ist nämlich das unregelmässige Fleckenkleid das primitivere Farbenkleid, weil es mit primitiven Charakteren des Schädels und des Schuppenkleides einhergeht. wogegen die Längsstreifung an einen hoch entwickelten Schädel und eine fortgeschrittene Beschuppung gebunden ist.