Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)

Loczka, J.: Über Mineralchemie

438 josef loczka íiossen, aber auf dem Gebiete der Mineralchemie sind während dieser Zeit keine tiefeingreifende Veränderungen eingetreten. Auch jetzt findet man noch dieselben Verhältnisse und die Zahl der Theilnehmer ist vielleicht sogar noch geringer als damals. Noch jetzt, und wenn sich die Verhältnisse in dieser Beziehung nicht ändern, wird TSCHERMAK'S Äusserung noch lange gelten, nämlich dass wir blos mit der Ergriindung der empirischen Zusammensetzung der Mineralien noch viel zuthun haben werden. Dass wir mit den übrigens gewöhnlichen und oft vorkommenden Mineralien nicht im Beinen sind und wie wenig wir dieselben kennen, möchte ich der Kürze wegen blos zwei Beispiele anführen. Nehmen wir z. B. den Pvrrhotin. Dieses Erz kommt dicht in grossen Massen vor, ist aber auch in schönen Krystallen nicht selten. Die bisherigen Analysen ergaben Werthe, aus welchen sieh nach BAM­MELSBERG die allgemeine Formel Fe nS n-\-\ ableiten lässt. Nach dieser Formel wird das Mineral als aus nFeS-\-Fe iS 3 oder nFeS+FeS^ be­stehend aufgefasst. Wir kennen die Beschaffenheit dieses Minerales nocht nicht und wenn sich die Analysen blos auf die Gesammtbestimmung des Eisens und des Schwefels beschränken, so werden wir die Natur dieses Minerals auch nie erkennen, was wir aber vielleicht auf die Weise erreichen können, wenn wir die Analyse nach dem Verhalten des Byrrhotins zu den Beagentien durchführen. Der Pyrrhotin enthält nach BODEWIG freien Schwefel. Auf Zusatz verdünnter Säuren entwickelt er Schwefelwasserstoffgas, die Lösung trübt sich und es scheidet sich Schwefel aus. Nach diesem Verhalten müsste man meiner Meinung nach die Analyse folgendermassen durchführen. Zuerst müsste man natürlich eine sogenannte Bauschanalyse ausführen, d. h. die Gesammtmenge des Schwefels und Eisens bestimmen. Dieses würde die Basis der weite­ren Untersuchung bilden. Nach diesem käme die Bestimmung des freien Schwefels durch entsprechende Behandlung des fein pulverisirten Mine­rals mit Schwefelkohlenstoff. Die Bestimmung des Ferroeisens wäre wegen der Schwefelwasser­stoffentwicklung zwar schwierig, aber nicht unmöglich ; ich glaube näm­lich. dass man die Eisenoxydulbestimmung hemmende Wirkung 1 des Schwefelwasserstoffs dadurch beheben könnte, dass man vor der Zer­1 Enthält nämlich das Mineral auch Ferri-Eisen, so wird dieses durch den Schwefelwasserstoff zu Ferro-Eisen reduciert und hiedurch die richtige Bestimmung des vielleicht ursprünglich vorhanden gewesenen Ferro Eisens illusorisch gemacht.

Next

/
Thumbnails
Contents