Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)
Loczka, J.: Über Mineralchemie
über mineralchemie. 437 Wiener III. und Berliner V. Chemiker-Congress ; der letztere brachte unter anderem den Wunsch zum Ausdruck, die Fabrikanten mögen angeben welche Verunreinigungen die ausgefolgte Beagenz enthalten könne, wodurch die Untersuchung des Chemikers sehr erleichtert würde ; aber die hierauf bezüglichen Beschlüsse und Wünsche des Congresses sind bisher unberücksichtigt geblieben. Weiterhin kann man sich hinsichtlich der Reinigung und der Erhaltung in brauchbarem Zustande der heiklicheren Glas- und anderer Apparate wie auch der Platingefässe nicht auf den Diener verlassen und nach bitteren Erfahrungen muss sich der Chemiker diese Arbeiten selbst verrichten. Öfters geschieht es, dass man in den Gang der Analyse statt einer älteren eine anscheinlich sicherere und glatter ablaufende Methode einfügen muss. Es geschieht aber nicht einmal, dass, wenn solche Methoden nachgeprüft werden, es sich herausstellt, dass sie entweder unbrauchbar sind, oder nur bei Einhaltung gewisser Cautelen — welche n der Original-Beschreibung nicht enthalten waren — verlässliche iResultate geben. Nach Enttäuschungen, nach Verlust von Zeit und Analysenmaterial kommt man zu der Uberzeugung, dass man eine neue Methode ohne gründliche Prüfung ebenso wenig benützen kann, wie die Reagentien. Dass übrigens eine scheinbar einfache, seit Jahren bekannte und in vielen Fällen erprobte Methode auch in den Händen hervorragender Chemiker abweichende Resultate geben kann, beweist die Methode L UNGE'S 1 zur Bestimmung des Schwefels im Pyrit als Bariumsulfat. Will der Chemiker in jeder Hinsicht über das ihm anvertraute Untersuchungsmaterial Bechenschaft geben, so muss er die Vorbereitung des Minerals oder des Gesteines zur Analyse, Pulverisirung u. s. w. auch selbst verrichten. Diese vorausgehend erwähnten Arbeiten nehmen einen grossen Theil der Zeit des Chemikers in Anspruch. W renn sich aber mit diesen Arbeiten zwei oder mehrere Chemiker befassen, so können sie bei richtiger Arbeitstheilung viel mehr Zeit und ungestörte gründliche Aufmerksamkeit auf die eigentlichen Aufgaben verwenden. Ich glaube mit diesem habe ich die Anstellung zweier oder nöthigenfalls mehrerer Chemiker an den erwähnten Instituten zur Genüge begründet. Seit dem Erscheinen von TSCHERMAK'S Arbeit sind 36 Jahre ver1 Bestimmung der gebundenen Schwefelsäure nach den Methoden von Lunge und Silberberger. (Zeitschr. f. angew. Chemie. 11105. p. 150—WO.)