Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)

Moesz, G.: Adatok az Aldrovanda vesiculosa L. ismeretéhez

über aldrovanda vesiculosa. 393 wickelnde Spross anfangs, wenn er noch einer Knospe ähnlich ist, ent­schieden seitwärts steht, er ist zur Seite gedrückt, am Grunde des geraden Blüthenstieles und erst später ändert sich diese Stellung, indem der Blüthenstiel zur Seite weicht, der Trieb des Stengels hingegen in die gerade Richtung kommt, so dass er als directe Fortsetzung des Stengels erscheint. Auch das macht die oben erwähnte Fig. 13. sicht­bar dort, wo sich der hinabgekrümmte Blüthenstiel befindet. Ich habe auch beobachtet, dass die Blüthen, auch wenn derer 3—4 an einer Pflanze sind, sich immer auf derselben Seite befinden. Ich gebe zu und habe mich selbst davon überzeugt, dass Her­bariumexemplare zu solchen Beobachtungen untauglich sind. An diesen sieht man den Stengel der Pflanze in der That bis an sein Ende als Hauptaxe an, aus dem sich die Blüthenstiele monopodial, scheinbar bald nach rechts, bald nach links verzweigen. Um meine an der Fundstelle gefasste Meinung controlliren zu können, machte ich auch ausführliche mikroskopische Untersuchungen, welche mich in meiner Ansicht bestärkten. Ich untersuchte die Spitze des jüngsten Sprosses, den knospen­aitig aufeinander liegende Blätter deckten. Diese Blätter entfernte ich, sie fehlen auch bei der Figur (Taf. VI, Fig. 19). Aus dieser Figur ist ersichtlich, dass die jüngste, noch am Anfang ihrer Entwicklung stehende Blüthenknospe ( V„) an der Spitze des Stengels (SzJ stellt, mithin eine terminale Stellung hat. Eine ter­minale Stellung hat auch die ältere Knospe fUj) an der Spitze des Stengels (SzJ. Man sieht auch, dass der den Stengel weiter entwickelnde jüngste Spross am Grunde und an der Seite der Blüthenknospe auftritt, die Richtung seiner Achse steht beinahe senkrecht auf der Richtung des Stengels (SzJ. Dieses Bild zeigt deutlich, dass man, wenn man den bisherigen Standpunkt der Autoren aufrechthält, den Stengel der Aldrovanda als im stumpfen und rechten Winkel gebrochen betrachten muss. Annehmbarer ist die Erklärung, dass der Stengel der Aldrovanda eigentlich aus mehreren aufeinanderfolgenden Stenge Itheilen sich ent­wickelt hat, welche Stengeltlieile stets je eine Blütlie krönt; aus dem letzten Blattquirle entsteht ein Seitentrieb, welcher den Stengel fort­setzt, dann wieder mit einer Blüthe endigt u. s. w. Mit anderen Worten, diese Verzweigung der Aldrovanda ist kein Monopodium, sondern ein Sympodium. Auch der Unterschied in den Dimensionen spricht für die ter­minale Stellung der Blüthen. Der Stiel der Blüthe ist dort, wo die

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