Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)
Roeschke, H.: Monographie der Carabiden-Tribus Cychrini
monographie der cychrini. 105 lippe sind demnach die Seitenlappen lang und schmal oder verhältnismässig kurz und breit; und wiederum je nach der Tiefe der Ausrandung befindet sich die obere innere Umrandungslinie, concentrisch zu der tiefer liegenden äusseren Ausrandungslinie gelegen, entweder noch vollständig vor dem Vorderrande des Clypeus (Fig. 1—3) oder den letzteren kreuzend nimmt sie Oberlippe und Kopfschild zu ihrer Bildung in Anspruch (Fig. 4). Der Grund der Ausbuchtung trägt 2 oder 4 Borsten, ausserdem die Spitze jedes Seitenlappens noch eine Seta, gewöhnlich mehr oder weniger nach der Aussenseite zu. Die Mandibeln überragen die Oberlippe etwa um das Doppelte, durchschnittlich schlank, gestreckt und nur zur Spitze einwärts gekrümmt, selten kürzer, gedrungen und auch seitlich schon deutlich wie bei den Caraben gekrümmt; sie sind flach und zeigen im hinteren Teil keine Eindrücke, da die unten dicht behaarten oder befilzten Seitenlappen der Oberlippe ihnen nur flach aufliegen, nie eingelagert sind. Der Innenrand der Mandibeln wird aus 3 Leisten gebildet, von denen die mittelste am weitesten vorragt und vorn die beiden scharfen Zähne tTägt ; die obere Leiste setzt sich noch über die Basis des hinteren Zahnes fort, um am vorderen zu enden, die untere geht bis zur Spitze. Die Furche zwischen Ober- und Mittelleiste wird nach vorn bis zum Hinterzahn mit kurzem, gelbem Haarfilz ausgefüllt, diejenige zwischen Mittel- und Unterleiste ist gänzlich bis zur Spitze mit langen gelben Haarborsten besetzt. Diese Behaarung ist somit ganz verschieden von der der darabén. Die Zunge ist ziemlich schmal, zugespitzt, überragt etwas die freiliegenden Schuppen der dreigliedrigen Lippentaster und zeigt am Ende 2 Zungenborsten ; die Paraglossen, durch eine tiefe Bucht getrennt, sind bedeutend länger, leicht gedreht und gekrümmt, zugespitzt und aussen dicht behaart. Wie schon Schaum erwähnt, waren die Paraglossen von Ericlison und Lacordaire übersehen und abgeleugnet worden, obwohl frühere Autoren sie schon richtig festgestellt und auch abgebildet hatten. Die Lippentaster haben ein kurzes Basal-, ein langes 2. Glied, innen mit 2 oder mehreren aufrechten Borsten (setie labiales), sind also bisetos oder multisetos und vielfach auch terminal mit 1 oder 2 aber wagereclrten Börstchen besetzt, das Endglied ganz wie das der Kiefertaster. Die Unterkiefer oder Maxillen überragen vielfach noch die Mandibeln. ihre Innenlade ist vorn hakenförmig zugespitzt, innen mit mehr oder weniger weit nach vorn reichenden Wimperhaaren und im Spitzenteil mit zwischen diesen stehenden, nach rückwärts gekrümmten Borsten besetzt ; an Stelle der letzteren treten bisweilen mehr oder minder starke, feste Chitindornen oder Zähnchen (Fig. 6). Die Aussenlade, welche die innere bis auf den Endhaken völlig verdeckt, weist einen von allen übrigen Coleopteren ab-