Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 2. (Budapest 1904)
Koch, A.: A beocsini czementmárga kövült halai
DIE FOSSILEN FISCHE DES BEOCSINER CEMENTMERGELS. 4F) Wirbel fanden sich, ausser den auf Taf. I, Fig. 1 beisammen gebliebenen 15 Bauchwirbeln, einzeln isolirt sehr häutig. Fig. 2 auf Taf. I zeigt einen der grössten, welcher auch die grössten Bauchwirbel von Gadus morrhua übertrifft und auf einen noch grösseren Fisch hinweist. Der auf Fig. 3 ab dargestellte Wirbel besitzt die Form und Grösse der grössten Bauchwirbeln des verglichenen Fxemplares von Gadus morrhua. Fig. 4 endlich dürfte einen Schwanzwirbel von einem ebenso grossen Fisch darstellen. Auch im Detail zeigen diese Wirbel eine grosse Ubereinstimmung mit den entsprechenden Wirbelkörpern von G. morrhua und es kann keinem Zweifel unterliegen, dass sie alle dieser fossilen Merlangus-Art angehören. * Die in osteologischer Hinsicht beschriebenen und verglichenen Reste des Beocsiner grossen Gadoiden bilden, wie wir gesehen haben, die am meisten charakteristischen Skelettheile nicht blos einer, sondern sehr vieler Exemplare, aus deren Untersuchung man folgende Schlüsse ziehen darf: a) Sämmtliche Beste gleichen mehr oder weniger den entsprechenden Theilen eines etwa I M. langen Skelettes von Gadus morrhua, und lassen entweder auf ebenso grosse, oder auf kleinere, ja auch auf noch grössere Exemplare schliessen. In den Details könnte man natürlich auch manche Abweichungen nachweisen, wenn der fragmentäre und abgeriebene Zustand der Beocsiner Knochen eine genaue Vergleichung nicht unmöglich machen würde. b) Die Reste der Kieferknochen mit den Reihen der charakteristischen kraterförmigen Zahnsockeln, von welchen die Zähne durchaus herabfielen, so wie auch die isolirt gefundenen einzelnen Zähne, weisen auf heute noch lebende Gndus-Arten. und die eingehende Charakteristik OWEN'S vor Auge haltend, entschieden auf eine ausgestorbene grosse Art des Subgenus Merlangus hin. Ich hatte zwar keine Gelegenheit die Reste mit irgend einer lebenden Art von Me> languit direct vergleichen zu können, halte es aber auch nicht für wahrscheinlich, dass irgend eine davon schon in der unteren pliocänen Periode gelebt habe, als nämlich der beocsiner Cementmergel pannonischer Stufe im ungarischen Brackwasser-Relicte des mediterranen Meeres sich abgelagert hatte. Nur die Frage könnte noch aufgeworfen werden, ob denn in diesem geologischen Zeitalter in den damaligen Meeren anderer Theile Europas nicht ähnlich* oder übereinstimmende grosse Mer lang us- Arten gelebt haben ? Ich fand jedoch bei Durchsicht der mir zu Gebote stehenden paläontologischen Literatur keine bestimmten Daten, welche das Vor-