Czére Andrea szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 102-103. (Budapest, 2005)
FRITZ KORENY: Die heilige Margareta. Versuch einer Standortbestimmung
35 MINIATUR MIT DER GEBURT CHRISTI (AUSSCHNITT, VERGRÖSSERT). THE CLEVELAND MUSEUM OF ART 36 MARIA EINER VERKÜNDIGUNG. WASHINGTON DC, PRIVATBESITZ Die Zeichnung in Malerei umgesetzt würde eine Grisaille ergeben. In der Wandmalerei - man denkt an Giotto's (1267/75-1337) Steinskulpturen imitierende Fresken in der Arena-Kapelle in Padua - wie in Buchminiatur und monumentaler Glasmalerei, ist die Kunstform der Grisaille schon im 14. Jahrhundert voll ausgebildet. 31 Im Tafelbild finden sich früheste Beispiele erst in den 1420-1430er Jahren bei den Begründern der altniederländischen Malerei, im Genter Altar, beim Meister von Flemalle oder Rogier van der Weyden (um 1399-1464). Dies dürfte die Funktion der Zeichnung in Hinblick auf solche Verwendung wohl ausschließen. Hingegen korrespondiert ihre sparsame Farbigkeit überraschend gut mit dem Erscheinungsbild böhmischer Skulptur des weichen Stils. Parallelen zeigen sich insbesondere in der hellen, nahezu monochromen Farbgebung der „Schönen Madonnen" wie der Krumauer Madonna 11 und deren Anverwandten oder der in ihrer originalen Fassung gut erhaltenen Katharinenstatue des Warschauer Nationalmuseums, 33 in deren Kleidung weiß dominiert, Gesichter und Hände aber - der Zeichnung gleich - farbig modelliert sind. 34 Die Darstellung ist vollständig erhalten, das Blatt scheint nur wenig beschnitten. Mit ca. 21 x 14 cm entspricht es der Größe eines Viertelbogens, geht man davon aus, dass Papier so früh schon in dem auch später gebräuchlichen Standardformat von 30-32 x 42-44 cm, dem sog. „Kanzleiformat", hergestellt wurde. Aufgrund der relativ guten Erhaltung scheint die Zeichnung als Werkstattmaterial - für wen auch immer nicht lange in Verwendung gewesen zu sein. Sie zeigt weder die dafür charakteristische