Czére Andrea szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 102-103. (Budapest, 2005)

FRITZ KORENY: Die heilige Margareta. Versuch einer Standortbestimmung

A 37 38 ENGEL EINER VERKÜNDIGUNG. METTEN ER EIßEL MARIA EINER VERKÜNDIGUNG. METTENER BIBEL (AUSSCHNITT, VERGRÖSSERT). (AUSSCHNITT, VERGRÖSSERT) MÜNCHEN. BAYERISCHE STAATSBIBLIOTHEK MÜNCHEN, BAYERISCHE STAATSBIBLIOTHEK Verschmutzung mit Farben oder Fett (Terpentin), noch Randabnützung, wie diese im Laufe der Zeit beim Umblättern entsteht, wäre sie Teil eines Musterbuchs gewesen; ebenso wenig zeigt sie seitlich Nadellöcher, die auf den einstigen Zusammenhang einer gehefteten Vorlagensammlung hinweisen würden. Dem vergleichsweise guten Erhaltungszustand nach gelangte die fein durchgebildete Zeichnung bald in die Obhut kunstverständiger Hände, an geschützte Stelle, wo sie im Laufe der Zeit wohl in Vergessenheit geriet und so glücklicherweise dem Licht wie der Feuchtigkeit als auch dem Unverständnis späterer Generationen entzogen, überdauerte. Wie die angedeuteten Indizien wahrscheinlich machen, schöpft der böhmische oder zumindest böhmisch geschulte Zeichner noch weitgehend aus altem Formenvorrat. Doch entstand sein Musterblatt, den stilistischen Merkmalen und Verknüpfungen mit Miniaturmalerei wie den Verbindungen zur Mettener Bibel nach zu schließen, wohl etwas später als bisher angenommen, erst um 1410-1415. Zu einer Zeit, wo die böhmi­sche Kunst bereits vom neuen Ernst hussitischer Gesinnung geprägt wurde, leben so in der Heiligen Margareta - wie im Kreis der genannten Zeichnungen und Handschriften - noch die Ideale des Schönen Stils, die alten Muster der Lieblichkeit, Zierlichkeit und Schönheit fort."' Fritz Koreny ist ao. Professor an der Universität Wien, Institut für Kunstgeschichte .

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