Czére Andrea szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 102-103. (Budapest, 2005)

FRITZ KORENY: Die heilige Margareta. Versuch einer Standortbestimmung

25 KREUZIGUNG AUS EINEM MISSALE (AUSSCHNITT). BRÜNN. ARCHIV Drachens mit dem Hundekopf aus eben diesem Vorlagenkompendium betont (Abb. 27), 19 In der kunstwissenschaftlichen Diskussion bisher kaum Beachtung fanden die sich am Boden stauenden, wellig gekräuselten, doppeltrichterförmigen Faltenformen von Margaretas Kleid. Für die spezifische Ausprägung, wie in der Zeichnung, lassen sich in der böhmischen Kunst erstaunlicherweise jedoch nur wenige, zudem nicht wirk­lich überzeugende Beispiele nachweisen. Stilistisch nächst vergleichbare Formbildungen zeigen hingegen die Zeichnungen des Hauptmeisters der Mettener Bibel. 2(1 Die Bayerische Staatsbibliothek in München verwahrt zwei aus dem niederbayerischen Benedikti­nerkloster Metten stammende Handschriften aus den Jahren 1414-1415: Cod. 8201d, mit der Vita des Heiligen Benedikt, wurde dem Dedikationseintrag zufolge 1414 vollendet. Die großformatige Handschrift Cod. 8201 enthält zwei Dedikationsgedichte, auf fol. 80 mit Datum 1414 und auf dem vorderen Innendeckel mit dem Datum 1415. 21 Ihr Zeichner ist, wie Robert Suckale glaubhaft machen konnte, ein zumindest in Böhmen geschulter Künstler, dessen Werke dem Martyrologium von Gerona sowie dem 1409 datierten Hasenburg­Missale nahe stehen (Abb. 28). 22 Seine Federzeichnun­gen, vor allem das Dedikationsbild in clm 82 Old, mit Abt Peter zwischen den Heiligen Benedikt und Gregor (Abb. 29), 23 lassen in den Proportionen und der künstle­rischen Durchbildung wie im Formverlauf der trichter­förmigen Falten im unteren Abschluß der Gewänder weitgehende Ubereinstimmung mit den Formen des Budapester Blattes erkennen. Das spezifische Gefüge solch tütenförmiger Falten geht augenfällig auf westliche Vorbilder zurück. In französischer Miniaturmalerei, wie beispielsweise der

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