Czére Andrea szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 102-103. (Budapest, 2005)

FRITZ KORENY: Die heilige Margareta. Versuch einer Standortbestimmung

schnitt mit den Heiligen Margaretha und Dorothea (Abb. 23), 12 eine österreichische, wohl Wiener Arbeit von etwa 1410-1415 oder auch die Heilige Margareta der linken Flügeltafel des Altars aus Hyrov um 1430," spiegeln die­sen Vorlagenkreis. Die Eleganz mit der Margaretas linke Hand nach den Falten fasst gleicht jener der Statue der Heiligen Katharina aus Iglau (Abb. 24); sie hält Falten und Attribut in gleicher Weise. 14 Diese Figur, kurz nach 1400 in einer Prager Werkstätte entstanden, spiegelt, ebenso wie ihr Gegenstück, die wohl ebenfalls böhmi­sche (oder schlesische?) Heilige Katharina des Múzeum Narodowe in Warschau," seitenverkehrt, ein in der Organisation von Figur und Faltenwurf in vieler Hin­sicht (selbst in dem über der Brust umgeschlagenen Mantelsaum) entsprechendes Modell. Auch zur böhmischen Buchmalerei knüpfen sich enge Verbindungen: Für die ornamental wuchernden Hän­gefalten der Zeichnung sowie für die Dichte und den Rhythmus der sich entlang der Faltentrichter hell hin­schlängelnden Gewandsäume findet man auffallende Parallelen in den Miniaturen des Martyrologiums von Gerona, einer um 1410 entstandenen böhmisch­DIE HEILIGE KATHARINA. mährischen Handschrift. 16 Und auch der von der linken IG LAU, STADTPFARRKIRCHE ST. JAKOB Schulter fallende Mantelsaum, der so in sich verdreht ist, dass er über der Brust umschlägt und die Innenseite konturbildend wird, scheint nicht weniger „typisch" und ist geläufigen, verbreiteten Werkstattmustern verpflich­tet: darauf weisen mit zahlreichen böhmischen Beispielen u. a. die Madonna des Jeren-Epitaphs oder auch der Johannes der Kreuzigungsminiatur des Missales von St. Jakob in Brünn (Abb. 25), um 1400, hin. Dieser folgt darüber hinaus in den we­sentlichen Zügen seines Faltenwurfs einem ganz ähnlichen Figurenmuster. 17 Auf den typenmäßigen Zusammenhang der Heiligen Margareta mit der Modellzeichnung der Kopfstudie einer „Prinzessin" (?) aus dem sog. Wiener Musterbuch hatte bereits Kurt Rathe 18 aufmerksam gemacht (Abb. 26) und Erwin Mitsch hatte die Ähnlichkeit des

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