Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 90-91.(Budapest, 1999)

HÁMORI, KATALIN: Bronzestatuetten des Mercurius von Tiziano Aspetti

sehen (Abb. 51). 4 In der reproduzierten Fotomontage fällt noch auf, daß zahlreiche Kleinbronzen, ähnlich der Budapester Figur, auf Marmorprismen von quadratischem Grundriß stehen. Die Statuetten wurden vermutlich im zweiten Jahrzehnt unseres Jahr­hunderts auf solchen, im Geschmack des Kubismus gehaltenen Marmorsockeln befe­stigt. Im Jahr 1930 hat Otto von Falke im Berliner Auktionskatalog der Sammlung diese Figur vorsichtiger bestimmt, als eine italienische Arbeit um 1600, die eingehen­de Beschreibung hielt noch den Heroldstab fest. 3 Danach tauchte das Stück in der Budapester Sammlung des Ödön Faragó auf, der angesehene ungarische Sammler dürfte es mit weiteren Statuetten bei der Berliner Auktion erworben haben. Der Nachlaß Faragós wurde 1935 im Ernst-Museum von Budapest versteigert. Im Auktionskatalog ist die Merkurfigur als eine venezianische Arbeit des Aspetti aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts angeführt, wobei auch ihre Herkunft aus der Sammlung Castiglioni erwähnt wird. 6 Im Katalog ist auch ein Foto von der Budapester Wohnung von Ödön Faragó 7 reproduziert, die Merkurstatuettc steht auf dem Kamin ohne den Heroldstab, 4 Müller. F., Collections Camilla Castiglioni de Vienne 2. Catalogue des Bronzes Antiques et de la Renaissance (Vente à Amsterdam, Frederik Müllerei Cie, 18. Novembre 1925). Amsterdam 1925, Nr. 55, mit Abb. 5 Falke, 0., Die Sammlung Camilla Castiglioni, Wien. Gemälde. Skulpturen, Möbel, Keramik, Textilien. Berlin 1930, 95. Nr. 295. 6 Az Emst-Miizeuin aukciói LH. Faragó Ödön tanár művészi hagyatéka [Auktionen des Emst-Museums LH, künstlerischer Nachlaß des Professors Ödön Faragó], Budapest 1935, Nr. 2404, mit Abb; Spectator, Az Emst-Múzeum aukció-kiállítása. Magyar Művészet 11 ( 1935) 345 (laut Bildunterschrift Kleinbronze, Merkur, norditalienisch, aus dem 16. Jh., aber im Text falschlich als Bacchus bestimmt). 7 Ödön Faragó (Zalaegerszeg, 1869 - Budapest, 1935) Professor an der höheren Gewerbeschule und Entwerfer fúr Möbel, nach heutigen Begriffen war er Innenarchitekt und Kunstgcwerbler. Nach Abschluß seiner Studien in Wien trat er 1887 als Zeichner in die Wiener Möbelfinna H. Dubell und Söhne ein und arbeitete in ihrem Auftrag in Budapest an der Innenausstattung der Paläste Wodianer, Károlyi, Wenckheim u. a. 1890 und 1891 war er als Angestellter der Budapester Firma Kramer an den Entwürfen des Parlaments in Budapest beteiligt. Danach arbeitete er wieder in Wien, bei der Firma Járay. 1894 reiste er mit einem Stipendium des ungarischen Handelsministeriums nach Paris. Dort nahm er an der Katalogisierung der hauptsächlich mittelalterlichen Kunstsammlung seines Verwandten Eduard Spitzer teil, von da an studierte und sammelte er systematisch bis an sein Lebensende wertvolle Gegenstände. Ende des Jahres 1894 arbeitete er wieder bei der Finna Járay in Wien, dann in Hamburg bei der Firma Heynemann, in dessen Auftrag er sich mit der Innenausstattung des Palastes des rumänischen Königs in Kotroceni beschäftigte. Bei den Vorbereitungen des Millenniums der ungarischen Landnahme wählte ihn der Vorsitzende des Ungarischen Landesvereins für Kunstgewerbe, György Rath, zu seinem Mitarbeiter, woraufhin er auf Anregung von Rath als selbständiger Kunstgcwerbler in Budapest niederließ. In Budapest fand Faragó in den neunziger Jahren bei der damaligen stürmischen Entwicklung der Stadt und bei den gewaltigen Bauvorhaben reichlich Arbeit im Fach Innenausstattung und Möbelentwurf. Er entwarf das ungarische Pavillon und dessen Innenausstattung für die Pariser Weltausstellung von 1900, sodann die Innenaustattung für die ungarische Gruppe der Internationalen Kunstgewerbeausstcllung von 1902 in Turin, 1908 für die ungarische Abteilung der Internationalen Ausstellung in Mailand und 1927 für die ungarische Gruppe der internationalen Ausstellung in Philadelphia mit großen Erfolg. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg begann er an der Staatlichen Höheren Gewerbeschule zu untemchten. Ebenfalls noch in den Jahren vor dem Weltkrieg schuf er die Entwürfe für die Innenausstattung der Pester Ungarischen Handelsbank, der Pester Ungarischen Ersten Sparkasse sowie für zahlreiche Privatwohnungen. Er veröffentlichte seine Entwürfe auch in Buchform, Iparművészet [Kunstgewerbe] und Lakásmüvészet [Wohnkunst]. Als anerkannter Kunstsammler wurde er oft zu Rate gezogen. Auf seine Empfehlung hin und durch ihn ermuntert verkauften zum Beispiel die Erben des Bildhauers István Ferenczy (Rimaszombat. 1792 - Rimaszombat, 1856) die außerordentlich

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