Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 84. (Budapest, 1996)

CIFKA, BRIGITTA: Gemälde von Friedrich von Amerling im Museum der Bildenden Künste

keiten in der Malerei unter der Leitung von Ignaz Raffalt und Friedrich Amerling wei­ter. Sie richtete in ihrem Palais ein Atelier ein und hatte die Möglichkeit zu vielen Reisen, nach Frankreich, Ägypten, Bayreuth usw. Jahrzehnte nach ihrem Tod, 1906, wurde ihre einzige Ausstellung im Kunstgewer­bemuseum von Budapest eröffnet. Ihr Enkel Graf Sándor Nákó ließ die Bilder aus der Galerie des Schlosses der Familie in Nagyszentmiklós zu diesem Anlaß nach Budapest bringen. 10 Laut Ausstellungskatalog wurden vorwiegend Bilder von Zigeunern ge­zeigt, daneben aber auch Kopien nach den verschiedensten Meistern von Rembrandt bis Amerling, ferner Bildnisse der Gräfin Nákó, darunter auch das hier zur Rede ste­hende Bildnis, laut Reproduktion bereits in übermaltem Zustand." Die im Katalog angegebenen weiteren Bildnisse der Gräfin von Franz Adam, Jo­seph Neugebauer, Franz Lenbach und Franz Schrotzberg sind spurlos verschwunden, das ebenfalls ausgestellte andere Bildnis der Gräfin von Amerling ist aber noch einmal vorübergehend aufgetaucht, 1931 wurde es in einer Ausstellung als im Besitz des nam­haften Kunstsammlers Lajos Ernst befindlich der Öffentlichkeit gezeigt (Abb. 40). 12 Die Wiedergabe des Modells ist ähnlich, hier stützt sie sich mit dem rechten Ellen­bogen auf einem Tisch auf, wendet das Gesicht leicht in die entgegengesetzte Rich­tung und hebt es etwas höher, die Linke ruht im Schoß. Es ist auffallend, daß sie eine Frisur trägt, die der Übermalung von 1906 zum Vorbild diente. Die Linke, der Um­hang, der Tisch und der Hintergrund sind unvollendet. Gewiß haben wir es hier mit dem älteren Bildnis zu tun. Bei halbfertigem Zustand kam wohl die Idee, den Hund auftreten zu lassen und somit die Komposition in einer erheblich repräsentativeren Form neu zu gestalten. 13 Die künstlerischen Qualitäten und die Charakterdarstellung des Budapester Bild­nisses überragen die Frauenbildnisse Amerlings aus den 50er Jahren, nicht zuletzt dank der überwältigenden Persönlichkeit der Dargestellten. BRIGITTA CIFKA Übersetz von Anikó Harmath 10 Nyári, a. a. O., vgl. Anm. 8. 11 Vgl. im angeführten Austeilungskatalog unter Nr. 82. 12 Im angeführten Ausstellungskatalog unter Nr. 79; im Katalog der Magyar Művészképmások kiállítása a Szépművészeti Múzeumban (Ausstellung ungarischer Künstlerbildnisse im Museum der Bildenden Kün­ste), Budapest 1931, unter Nr. 75; reproduziert in der Besprechung Magyar Művészet 7 (1931) 325. 13 Vom Hund namens Okan malte der Künstler ein selbständiges Bild, ebenfalls 1855, vgl. Probszt, a. a. O., Werkkatalog-Nummer 878.

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