Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 84. (Budapest, 1996)
CIFKA, BRIGITTA: Gemälde von Friedrich von Amerling im Museum der Bildenden Künste
GEMÄLDE VON FRIEDRICH VON AMERLING IM MUSEUM DER BILDENDEN KÜNSTE Der bis heute einzige Werkkatalog des herausragenden Meisters des Wiener Biedermeiers, Friedrich von Amerling (1803-1887) ist im Jahre 1927 erschienene Monographie von G. Probszt. 1 Die Gemälde Amerlings, die sich im Besitz des Museums der Bildenden Künste befinden - damals sechs an der Zahl 2 - sind darin ebenso angeführt, wie zwei weitere Werke in ungarischem Privatbesitz, die inzwischen Teil der Sammlung des Museums sind. Diese beiden wollen wir im folgenden behandeln. Amerlings Sammlung wurde 1991 um das Gemälde Moses und die Eherne Schlange (Abb. 35) erweitert. 3 Innerhalb seiner Gesamtoeuvre ist das ein Kuriosum. Es handelt sich um ein großangelegtes, gelungenes Werk aus der Studienzeit des Meisters. Als mehrfiguriges Historienbild gilt es im gesamten Lebenswerk des Porträtisten als eine Seltenheit, sonst in keiner öffentlichen Sammlungen vertreten. Der Künstler bewarb sich mit diesem Bild 1829 für ein Stipendium in Rom. Das Thema war genau vorgeschrieben, die Preisbewerber - sie waren sechs - mußten eine Skizze vorlegen und diese bis zum gegebenen Termin im Atelier der Akademie ausführen. Die Preisrichter fanden Amerlings Werk als das beste, er wurde aber trotzdem nur mit einer schriftlichen Anerkennung dafür bedacht, weil das Gemälde - entgegen den festgesetzten Bedingungen - nicht in allen Einzelheiten der inzwischen verschollenen Skizze folgte. 4 Nach dem vierten Buch Moses lehnte sich das Volk Israel, erschöpft von der Wanderung durch die Wüste, gegen den Herrn auf, der daraufhin Giftschlangen unter das Volk schickte. Für die Reumütigen ließ dann der Herr Moses eine eherne Schlange auf einer Stange hochrichten (später als Vorbild der Kreuzigung Christi verstanden), und wer darauf hochblickte, wurde von seinen Wunden geheilt. Auf unserem Gemälde spielt sich die Szene auf einem Hügel ab. Links steht der Hauptheld mit einer bedeutungsvollen Geste, weiter außen erhebt sich das Symbol des Heils, und das Gleichgewicht der Komposition wird von den Palmen rechts herge' Probszt, G., Friedrich von Amerling, der Altmeister der Wiener Porträtmalerei, Zürich-LeipzigWien 1927. 2 Probszt, a.a.O., Werkkatalog-Nummern 163,263, 325,608. 1182, 1183, sämtliche Bildnisse. 1 Probszt, a.a.O., Werkkatalog-Nummer 182; Öl auf Leinwand, 236x178 cm, Signatur rechts in halber Höhe eingeritzt: „Fr. Amerling 1829". Inv.Nr. 92.2.B; BullMusHongrBA 11 (1992) 63. 4 Probszt, a. a. O. S. 29.