Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 60-61. (Budapest, 1983)

GARAS, KLÁRA: Sammlungsgeschichtliche Beiträge zu Raffael. Raffael-Werke in Budapest

Damit ist aber die Reihe der bezüglichen Kompositionsvarianten noch kei­neswegs erschöpft. Allein in dem schon zitierten neapolitanischen Aufsatz wer­den sechs weitere Stücke — fünf davon in Süditalien, eines in den Vereinigten Staaten — angeführt. 52 1 8 50 wurde eine Variante aus antwerpener Privatbesitz veröffentlicht und gestochen, eine weitere tauchte 1919 im römischen Kunst­handel auf (Avv. P. Nuccio). 53 Es sind dies alle rechteckige Versionen, eher schwache und späte Kopien, die wohl nicht nach dem Originaltondo, sondern aufgrund verschiedener Nachbildungen entstanden sind. Mit stärkeren Verän­derungen erscheint dann die Komposition auf einigen Bildern toskanischen Ursprung, auf einem M. Albertinelli zugeschriebenen Madonnenbild der Galle­ria Corsini in Florenz, und auf einem damit übereinstimmenden Stück in der Gall. Nazionale in Rom (Abb. 52) Vl Noch freier umgestaltet begegnet uns das Grundmotiv des Bildes auf einigen Werken der ferraresischen Schule. 5-' Auch in den alten Gemäldeinventaren gibt es zahlreiche Erwähnungen von Raffael zugeschriebenen Madonnenbildern mit dem schlafenden Jesuskind und dem kleinen Johannes- Mangels genauer Beschreibung ist es meistens schwer zu entscheiden ob unser Bildtyp gemeint ist oder jenes andere, des Madonnen­bildes im Louvre, wo Maria mit einem Diadem am Kopf und der kleine Johannes betend erscheint. 56 Mit Bestimmtheit auf unsere Komposition bezüg­52 C u t o 1 o : a.a.O. pp.: Neapel, bei Conte Gaudioso, 106X100; Cav. Ferone, 100X80; On. Cutillo, 124X98. Brindisi: Famiglia Guadalupi (früher Domenico Guada­lupi, Erzbischof von Salerno und Domenico Pignatelli, Erzbischof von Palermo) 122X 92. Roma: Comm. Pagliari; New Orleans: De Verges (in achteckigem Rahmen). Das letztere und jenes bei Conte Gaudioso quadratisch, mit den zitierten Exemplaren und Stichen im wesentlichen übereinstimmend, die anderen drei in stehendem Rechteck davon stärker abweichend. 53 Antwerpen, Sammlung M. J. J. Wuyts „angeblich von einem Gut bei Antwer­pen, wo es sich bereits seit Jahrhunderten befunden haben soll". Veröffentlicht und besprochen in Deutsches Kunstblatt 1850 Nr. 18 und 1851 Nr. 45 von F. Wagner und F. Kugler. Gestochen von F. Wagner. Ausser den bereits zitierten werden in der Literatur noch einige Exemplare erwähnt, die aber nicht mehr identifizierbar sind. P a s s a v a n t : a. a. O. II. S. 82 führt eine Variante beim Herzog von Marlborough in Blenheim, und eine bei M. Constantin in Sèvres auf, Crowe und Cavalca­selle: a. a. O. I. S. 354 berufen sich auf eines in Alnwick Castle. Dussler zitiert in der Neuausgabe seines Raffael Buches (a. a. O. 1971 S. 48) eine aus Spanien stam­mende quadratische Variante bei Colnaghi in London 1858 (?), nennt jedoch das Exemplar vom Duke of Westminster irrtümlich als in Edinburg, Nat. Gallery „now on loan from the Duke of Sutherland" (richtig in Princeton, S. Nr. 7). 54 Florenz, Gall. Corsini Nr. 164 als Mariotto Albertinelli (s. auch Medici, U.: Catalogo della Galleria dei Principi Corsini in Firenze. Firenze, 1880); Roma, Gall. Nazionale F. N. 589 s. B e r e n s o n, B.: Italian Pictures of the Renaissance. Floren­tine School. London, 1963. I. S. 208, II. Abb. 1350, beide als von Tommaso di Stefano Lunetti. 55 Bilder in Querformat, Maria und Johannes in ähnlicher Stellung, das Jesuskind jedoch nicht schlafend, sondern das Tuch haltend dargestellt, veränderte Landschaft. Kunsthandel: Dossi zugeschr. 76X93; Milano—Roma —Torino, Gabinetto delle Stampe, 1975, als von Zenone Veronese, 60X89 (wahrscheinlich das Bild früher, Samml. Giova­nelli, Venedig.). Ich möchte hier für die wichtigen Ermittlungen und Nachweise aus Florenz und aus der Sammlung I Tatti sowie für weitere Ratschläge meinem Kollegen Loránd Zentai meinen herzlichsten Dank aussprechen. 5(1 Ausser diesen beiden Gemäldetypen muss hier auch noch die ausserordentlich populäre Darstellung der Madonna di Loreto (mit dem liegenden jedoch nicht schla­fenden Kind in Halbfiguren) in Betracht gezogen werden. Sie alle sind gegentlich als „Madonna col velo", „Le sommeil de Jesus", „II Silenzio" u. a. bezeichnet. Ich möchte hier nur einige, nicht näher identifizierbare Raffael Zuschreibungen aus In­ventaren des 17. Jahrhunderts zitieren: „Una madonna con velo in mano in atto di

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