Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 56-57. (Budapest, 1981)

GARAS, KLÁRA: Christian Seybold und das Malerbildnis in Österreich im 18. Jahrhundert

den Herzog von Württemberg nach Schloß Ludwigsburg, wie dann auch Gotter ähnliche Bilder der Malers nach Dresden, an August II. von Sachsen vermittelt hatte. 8 Seybold scheint außerhalb Österreichs in weitem Umkreis bekannt ge­wesen zu sein: so berichtet unter anderem Hagedorn in 1748, daß der Elektor von Mainz für eine Kopie (von Hoch) „nach einem Kopf des Seybold in Wien" 12 Louis d'or bezahlt hat. 9 1747 wird sein Selbstbildnis in der berühmten Galerie der Selbstbildnisse in Florenz aufgenommen, eine Ehre, die nur wenigen deutschen Künstlern der Zeit zuteil wurde. 10 Bilder von ihm tauchen im 18. Jahrhundert in Mainz, Mannheim, Leipzig, Berlin, Moskau auf, in Paris und sogar in Südfrankreich, auf einer Ausstellung in Toulouse. 11 Es wäre aber ver­fehlt, daraus zu schließen, daß er viel gereist ist — wir haben in der Tat keine Nachricht von einem Aufenthalt im Ausland. Seine Bilder — meist kleine Kabinettstücke — konnten größtenteils mühelos in Wien erworben und von dort versandt werden. Auch seine Beziehung zum sächsischen Hof muß nicht eine unmittelbare gewesen sein. Hagedorn meint, Seybold habe 1747 „plusieurs belles têtes pour le roi" verfertigt, in den Dresdener Inventaren werden jedoch die fünf Seybold-Stücke als durch den Grafen Gotter erworben (1730—1735) ver­zeichnet. Fest steht allerdings, daß er zum Kammermaler des Königs von Polen und Kurfürsten von Sachsen (August II.) ernannt wurde, und zwar, wie es in einem ähnlichen Ernennungsdekret Kaiserin Maria Theresias von 1749 heißt, „vor einigen Jahren", d.i. etwa um 1747. Die Inschrift des Florentiner Selbst­bilnisses von 1747 nennt ihn schon ,, Regis Poloniae Pictor Aulicus". Da eine Tätigkeit Seybolds in Sachsen nirgends erwähnt wird, müssen wir wohl an­nehmen, daß es sich hier nur um einen Ehrentitel handelt, wie er gelegentlich verdienten Künstlern vom Ausland als Anerkennung für gewisse Dienste und Leistungen verliehen wurde, ohne daß eine konkrete Hofbeziehung bestanden hätte. Genauer unterrichtet sind wir von der in etwa zwei Jahren darauf fol­genden Auszeichnung: am 16. Juli 1749 wird Seybold „in ansehnung seiner in der Mahlerkunst sich erworbenen besonderen fähig- und vortrefflichkeit, wowon 8 Gustav Adolf von Gotter (1692—1762) war seit 1715 Diplomat in Gothaischen Diensten und dann 1732—1734 bevollmächtigter Minister Preußens am Wiener Hof, von Karl VI. in den Reichsgrafenstand erhoben, nach 1740 Preußens Oberhofmar­schall, Leiter der Berliner Oper, Generalpostmeister. Er scheint eine bedeutende Sammlung von alten Niederländern und zeitgenössischen deutschen Künstlern be­sessen zu haben. Im Ludwigsburger Inventar von 1736 sind 5 Bilder Seybolds (8 von Kupezky, 5 von Max Händl, u. a.) als von Gotter erkauft verzeichnet. Die 5 Dresdener Bilder waren durch Gotter für je 40, je 60 bzw. für 75 Fl. erworben. S. H ü b n e r, J.: Verzeichnis der Dresdner Gemälde Gallerie. Dresden, 1856. S. 322. 0 Torkel Baden: Briefe über die Kunst von und an Christian Ludwig von Hagedorn. Leipzig, 1797. S. 44. Für die zwei kleinen Bilder eines Knabens und eines Mädchens erhielt Seybold 1749 von der Kaiserin Maria Theresia die damals auß­erordentlich hohe Summe von 1000 Fl. S. Fleischer, J.: Das kunstgeschichtliche Material der geheimen Kammerzahlamtsbücher in den staatlichen Archiven Wiens von 1705 bis 1790. Wien, 1932. S. 54. Zum Vergleich: für lebensgroße Bildnisse des Kaiserpaares wurden um dieselbe Zeit (an Peter Kobler) 495 Fl gezahlt, für ein großes Altarbild etwa 500—1000 Fl (Troger, Unterberger). 10 S. weiter unten und Anmerkung 29—30. 11 Ein Selbstbildnis Seybolds ausgestellt aus dem Besitz von M. Ponsaux an der Kunstakademie von Toulouse, s. M e s u r e t, R. : Les expositions de l'Académie Royale de Toulouse de 1751 à 1791. Toulouse, 1972. S. 369, Nr. 3923. Es werden Bilder von ihm bei dem Grafen von Eitz, in Mainz 1755, bei Gottfried Winkler in Leipzig (1768), bei König Stanislas August in Warschau (1795), Jan Mayer in Prag (1796), in Keyser­lingschen Besitz in Rautenberg bei Tilsit, bei den Galitzin in Moskau (1796) u. a. er­wähnt.

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