Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 50. (Budapest, 1978)

GARAS, KLARA: Kupezky Studien. Unbekannte Bildnisse aus Kupezkys Wiener Periode

vortrefflicher Gesichtsmaler", für Kupezky das, was einst Van Dyck für Rubens gewesen war. :l- Wir wissen von dem, nach der Überlieferung aus Böhmen stam­menden, Meister äußerst wenig, es ist bisher nur F. Thöne gelungen, eine gewisse Vorstellung von seinem Oeuvre zu geben. :t:! Aus den Sammlungen von Stuttgart und Ludwigsburg hat Thöne eine Reihe von Kupezky zugeschriebenen Gemälden veröffentlicht, die in den zeitgenössischen Inventaren, in der Wiener Sammlung des Grafen Gotter noch als Werke von Max Händl verzeichnet waren. Da Graf Gustav Adolf von Gotter einer von Kupezkys bedeutendsten Gönnern gewesen ist und das Verzeichnis seiner Sammlung noch bei Lebzeiten des Malers verfaßt wurde, müssen wir die Händl-Bezeichnungen vom Jahre 1736 für authentisch halten. Wir können auch ein weiteres, bisher Kupezky zugeschriebenes War­schauer Gemälde als ein authentisches Werk Max Händls bestimmen. Das Porträt eines jungen Mannes — dem Betrachter zugewandt, Stift und Mappe haltend — kam 1889 in die Warschauer Sammlungen (Múzeum Narodowe, Abb. 75) und wurde eine zeitlang auch für ein Selbstbildnis Kupezkys angesehen.' Vl Doch beweist das von J. J. Sedelmayer gestochene Blatt mit der Inschrift „Maxi­milian Hannl Caes. Cam. Aul, Pictor se ipse pinxit J. J. Sedelmayer sculp. Vien" eindeutig, das es sich in der Tat um ein Selbstbildnis Max Händls handelt. Die Stellung, die gelassene Haltung, die Beleuchtung des Gesichtes und der Hände, die plastische Modellierung machen es verständlich, das ohne Kenntnis des Stiches das Bild für ein Werk Kupezkys gehalten wurde; der Stilzusammenhang mit den Gemälden Kupezkys ist bestimmend und unverkennbar. (Abb. 76) Es gibt keine Angaben für die Entstehungszeit des Händischen Selbstbild­nisses. Der Umstand, daß sich J. J. Sedelmayer 1724—1743 in Wien aufhielt und daß der Dargestellte etwa als 30—35 jährig erscheint, sprechen für eine Datierung um 1724—1730. Von einem anderen Selbstbildnis Händls, genauer von einem Doppelbildnis, das ihn und Kupezky dargestellt hat, sind wir durch das Ver­zeichnis der Sammlung des Malers Kremser-Schmidt unterrichtet.'''"' Das im Nachlaßinventar 1801 als ,,max Hainl mit Copetzky Porträt" verzeichnete Ge­mälde könnte eventuell mit einem Doppelbildnis in Budapester Privatbesitz in Zusammenhang gebracht werden. :i,i Da sehen wir Kupezky, wie er einen et­was jüngeren, glattrasierten Mann freundlich umarmt. Die Maße sind überein­stimmend, auch zeigen die Gesichtszüge eine gewisse Verwandtschaft mit dem Selbstporträt Händls, das rundliche Kinn, die feingewellte Linie der etwas fleischigen Lippen sind durchaus ähnlich. Doch scheint das Alter der beiden Dargestellten dieser Bestimmung zu widersprechen. Kupezky erscheint auf dem Doppelbildnis identisch mit seinem 1711 gemalten Prager Selbstbildnis, der 1694 32 Füssli a. a. O. 47. 3:i Thöne, F.: Maximalian Hannl (Hanl). Ein unbekannter Wiener Maler des 18. Jahrhunderts. Kunst und Antiquitätenrundschau, 1935, XLIII. 285; Thöne, F.: Deutsche Barockgalerie aus Schloß Ludwigsburg. Münchner Jahrbuch der Bildenden Kunst, 1935—1936 XLIII. 3'i Warszawa, Múzeum Narodowe, Inv. Nr. 312, öl, Leinwand, 57, x 45,5. 1879 aus Sammlung P. Fiorentini. S. Chudzikowski a.a.O. 51. Nr. 98: National Museum in Warszaw a. a. O. 204, Nr. 598. Erwähnt bei Safarik a. a. O. 139 Nr. 377, kein Selbstbild­nis Kupezkys. r ' Dworschak, F. — F e u c h t m ü 11 e r, R. — G a r z a r o 1 1 i, K. — Z y k a n, J.: Der Maler Martin Johann Schmidt gen. Kremser Schmidt. Wien, 1955 212" (2,9x2,3). Daselbst auch ein Werk Kupezkys erwähnt: „Copezci als Portrait wie er seine Frau mahlt" (der Bildtyp in Prag und Debrecen). :!tJ Budapest, Privatbesitz, öl, Leinwand, 95 x 65.

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