Radocsay Dénes - Gerevich Lászlóné szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 22. (Budapest 1963)
BENESCH, OTTO: Über den Werdegang einer Komposition Rembrandts
47. Rembrandt : Christus mit Martha und Maria nach dem Tode des Lazarus. The Cleveland Museum of Art Rembrandt : Krisztus Mártával ós Máriával Lázár halála után. The Cleveland Museum of Art Lehrers geschaffen. Erhoben auf einen Stufenaufbau, spricht er zum Volk, das ihm mit tiefer innerer Spannung und Anteilnahme lauscht. Die Stehenden und Sitzenden sind rechts und links von ihm in ausgewogenem Gleichmaass verteilt. Die Ruhe der Komposition lässt die geistige Spannung umso stärker spürbar werden. Das gleiche Ziel verfolgte Rembrandt in der Kölner Zeichnung, weshalb er auf die « Petite Tombe» zurückgreifen konnte. Noch deutlicher gibt sich dieses Zurückgreifen in der Münchner Zeichnung zum Thema der Ehebrecherin (Benesch 1047, Abb. 46) zu erkennen. 8 Der Lehrer Christus macht in ruhiger Wechselrede mit den Anklägern und der Sünderin seinen sittlichen Grundsatz geltend : « Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie ». In all diesen Darstellungen zum Thema der Ehebrecherin sind Christus und das sündige Weib vor ihm die stärksten persönlichen Gegenspieler, während die übrige Menge nur als Chor zur Geltung kommt. Die Zwiesprache zwischen dem Heiland und einer knieenden Frauengestalt führte zu einer letzten und grossartigsten 6 Sie ist auf die Rückseite eines Beerdigungszettels von 14. Mai 1659 gezeichnet.