Csánky Dénes szerk.: Az Országos Magyar Szépművészeti Múzeum Évkönyvei 10. 1940 (Budapest, 1941)

Nikolaus Csánky: Das Bartfelder Madonnen-Bild

in die Untersuchung der Zusammenhänge einbezogenen Gruppe polnischer Denkmäler bereinigen. Aus der Zusammenfassung, Be­richtigung und Ergänzung der Ergebnisse er­gibt sich das aus nachstehenden Werken rekonstruierbare oeuvre einer führenden Persönlichkeit: 1. Die Madonna von Bartfeld. Entstehungs­zeit zwischen 1460—1470. (Abb. 6.) 2. Der Dreifaltigkeitsaltar in der Hl. Kreuz­kapelle des Krakauer (Waweler) Domes. Im Mittelschrein des Altars befindet sich die holzgeschnitzte Gruppe der Heiligen Dreifal­tigkeit, in den Seitennischen stehen die Ge­stalten der vier Jungfrauen: die der Hl. Do­rothea, Margareta, Katharina und Barbara. Der Rahmen ist von Inschriften umsäumt, die untere Reihe bezieht sich auf die Ent­stehungszeit des Altars: Anno • d[omi]ni • Mo • CCCCo - LXo • septimo • facta • est • hec • tabula • ad honore[m] • s[an]cte • Trini­tatis. Die Innenbilder der Flügel stellen Apostel-, Märtyrer-, Propheten- und Jung­frauenchöre dar (Abb. 8—11), während auf den Aussenseiten seltener dargestellte Sze­nen zu sehen sind: Die Bekehrung des Hl. Paulus, die Jagd des St. Ägidius, der Sieg des Hl. Georg über den Drachen und der Hl. Secundus, den Po-Fluss durchsetzend (Abb. 12—15). Den Altargiebel schmückt die aufer­standene Gestalt Christi zwischen zwei be­tenden Engeln und den Statuen der Hl. Sophie und Mettercia. Die Predella ist neu. — Es handelt sich um ein Hauptwerk der Krakauer Kunst. 3. Die gemalten Fragmente des Apostelal­tars in der Holzkirche der Hl. Barbara zu Mikuszowice (Bezirk Biala). Der Altar wurde im 19. Jahrhundert zerlegt. Die Halbteile der beiden unteren Bilder der Flügel sind anläss­lich der Aufstellung des neuen Hauptaltares abgeschnitten worden. Auf dem einstigen mittleren Bild des Altars ist die Aussendung der Apostel zu sehen (Abb. 20). Die Innen­bilder der Flügel stellen die vier Kirchen­väter dar: die Heiligen Gregor, Hieronymus, Augustinus und Ambrosius mit den Evange­listensymbolen (Abb. 21—24), während auf der Aussenseite seltener gemalte Szenen wiedergegeben werden: Die Berufung der Hl Petrus und Andreas, die Flucht des Hl. Paulus aus Damaskus, der Hl. Johannes auf Pathmos und der Hl. Philippus, den Eunu­chen der Königin Kandake bekehrend (Abb. 25—28). Walickis hypothetischer Meinung nach mag der ehemalige Altar der Waweler Kathedrale entstammen. Entstehungszeit um 1470. 4. Die von dem Krakauer Hochaltar der Augustiner erhalten gebliebenen elf Tafeln im Nationalmuseum zu Krakau. Die Bilder­reihe —• zwölf Szenen aus dem Leben Christi (Abb. 30—36, 38—42) — geriet erst vor kur­zem aus der Hl. Katharinenkirche auf den heutigen Standort. Drei Bilder stellen die Anbetung der Könige, die Beschneidung Christi und die Hochzeit zu Kana dar, während der Gegenstand der übrigen der Passion entnommen wurde. Allein auch die­ser Zyklus ist unvollständig, sodass es kaum möglich erscheint, auf die ursprüngliche An­ordnung der Bilder und Einteilung des Altars zu schliessen. Der Altar mag zu den gross­angelegten Werken der Krakauer Malerei gehört haben. Entstehungszeit um 1470. 5. Die Krönung Mariae, Rahmenbild in der Kürschnerkapelle der Krakauer Marien­kirche, gegenwärtig im Nationalmuseum zu Krakau (Abb. 29). Das Rankenmuster des Hintergrundes gleicht dem des Bartfelder Bildes. Die Ausarbeitung gemahnt an die Feinheit von Miniaturen. Das Gegenstück gleichen Formats (58 5X40 cm), — die Ver­kündigung — mag wohl von einem jüngeren Zeitgenossen stammen. Nach dem Stil des letzteren zu schliessen, dürften beide Tafeln zu Beginn der siebziger Jahre entstanden sein. 6. Die Darbringung Mariae im Tempel, Al­tarfragment (83 5X38 cm, Abb. 45). An meh­reren Stellen übermalt. Geschenk des Kra­kauer Augustiner-Ordens an das National­museum. 23 Die entsprechenden Einzelheiten und Proportionen legen die Vermutung nahe, dass dieses Fragment dem Augustiner Hoch­altar entstammt. 7. Drei Marien, Tafelbild, kam wahrschein­lich aus der Krakauer Diözese ins National­museum (90X72 cm, Abb. 43). 3 * Zum Teil übermalt und rundherum angesegt. Bildete die untere Tafel eines Altarflügels, zumal auf der stark beschädigten Rückseite die untere Hälfte der über die ganze Länge des ehema­ligen Altarflügels gemalten Vir Dolorum­Komposition (?) zu sehen ist. Zuletzt sei das in der Schatzkammer der Krakauer Corpus Christi-Kirche aufbewahrte Rahmenbild erwähnt, welches Maria, das Kind an sich drückend, darstellt (Abb. 5). Den Hintergrund, die Heiligenscheine und 23 Feliks Kopera i Józef Kwiatkowski: Ob­razy polsklego pochodzenia w Múzeum Na­rodowem w Krakowie wiek XIV —XVI. Kra­kow, 1929. Nr. 46. 24 Im oben angeführten Katalog Nr. 57.

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