Hedvig Győry: Mélanges offerts a Edith Varga „Le lotus qui sort de terre” (Bulletin du Musée Hongrois des Beaux-Arts Supplément 1. Budapest, 2001)

MELINDA AL-RAWINÉ KŐVÁRI: Die Verkündigungsszene in der koptischen und byzantinischen Kleinkunst - unter besonderer Berücksichtigung der Anwendung der Szene auf Textilien, Ampullen, Ringen und Armbändern

Unter ihnen befindet sich ein Silberarmband aus Ägypten mit Szenen aus dem Leben Christi. Nach Ansicht von Vikan sind folgende Szenen wiedergegeben: "Ascension, Annunciation, Nativity, Chnoubis, Baptism, Crucifixion, Women at the Tomb, Holy Rider." 34 Die Pilgerampullen, in denen die Wallfahrer Öl oder Wasser mitgenommen haben und die nach einer Wandmalerei aus Faras als Hals- oder Brustschmuck getragen wurden, waren mit Darstellungen aus dem Leben Christi und Mari ens geschmückt: 35 z. B. Monza, Bobbio 1, Bobbio 2. 36 Die Ampullen sollen übernatürliche Heilkräfte bewirken bzw. allgemein Schutz vermitteln. 37 Im Folgenden soll die Monza-Ampulle kurz untersucht werden. Die Szenen sind in sieben kleinen Kreismedaillons angeordnet. Im oberen Zentrum begin­nend, sind im Uhrzeigersinn folgende Szenen wiedergegeben: die zweizonige Komposition mit der Himmelfahrt Christi im oberen Register und Maria als Orante mit Aposteln im unteren Register, die Verkündigung an Maria, wo Maria und der Engel im Vordergrund stehen, die Heimsuchung, die Geburt Christi, die Taufe und die Auferstehung. 38 Ein dem Kreis der Ampullen sehr nahe stehende und sehr interessante ikonographische Parallele stellt ein Textilfragment dar. Im Victoria and Albert Museum findet sich ein sehr fragmentarischer Stoff, der im Stil der Monza­ampullen verziert ist. 39 Im kreisförmigen Innenfeld sind die narrativen Szenen jeweils in Medaillonfelder nebeneinander angeordnet. Der Erhaltungszustand der Wirkerei erlaubt lediglich die Identifizierung einer Szene, der Taufe. Desweiteren sind noch einige unter Arcosolien stehende Personen zu erken­nen. Die zum Zweck der liturgischen Anwendung geschaffenen Weihrauchge­fäße aus Palestina weisen eine zyklische Anordnung von biblischen Szenen u Vikan, a.a.O. (Anm. 33), S. 75. " K. Michalowski, Faras. Die Kathedrale aus dem Wüstensand, Zürich 1967, S. 126-127, Taf. 46. Hier ist auf dem, nach Michalowski aus dem 10. Jahrhundert stammenden Fresko der Anachoret Aaron als Orans mit einer Pilgcrflasche um seinen Hals dargestellt. Aaron ist hier mit seinen Pilgerattributen dargestellt: die Kürbisflaschc mit Hals, eine am Baum aufgehangene Amphore, die Kapuze. Zu Aarons Geschichte: W. Budge, Miscellaneous Coptic Texts. Vol. V. Part 1, Lon­don 1977, S. cli-clvi. » Grabar, a.a.O. (Anm. 16), Monza: No. 2, Taf. 1V-V; Bobbio 1: No. 18, Taf. XLV1I1-XLIX.; Bobbio 2: No. 19, Taf. L-LI. 11 Weitere Bedeutungen und Literatur siehe: J. Engemann, Palestinensisehe Pilgerampullen, JAC 16 (1973), S. 5-27. * Die zweizonige Darstellung war sehr beliebt auf den Wandmalereien von Bawit. Dazu z. B. J. Clédat, Le monastère et la nécropole de Baouit, vol. T. MIFAO 12, Le Caire 1904, vol. 2: MIFAO 39, Le Caire 1916; Ch. Ihm, Die Programme der christlichen Apsismalerei vom 4. Jh. bis zur Mitte des 8. Jhs., Wiesbaden 1960. "' A. F. Kendrick, Catalogue of Textiles from Buiying-Grounds in Egypt, Vol. III. Coptic Period, London 1922, Kat. 719, S. 40, Taf. XVI.

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