Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)

Település - népi építészet - Die Getreidespeicher in südlichen Teil des Karpatenbeckens

aneinandergefügten Brettern, die auch noch heute sehr gut schließen. Die Wand wird durch zwei Mauerbänke, die so lang sind wie die Kufen, zusammengehalten und außerdem noch vorne und hinten mit je einer Querstange verbunden. Die herausragenden Enden der Mauerbänke werden durch je einen, in das hochstehende Ende der Kufe eingekeilten Pfosten an beiden Seiten gestützt. Die Mitte dieser Balken ist auf allen vier Seiten mit einem plastisch geschnitzten Tulpenmotiv verziert. Das Dachgerüst bilden fünf Paar zusammengezapfte Sparren, die zweifach bedeckt sind. Zuerst werden Bretter auf diese Sparren genagelt, dann die Dachlatten und schließlich die Dachziegel gelegt. Die Bretter-Kornspeicher hatten immer ein Ziegeldach. Die Front ist vorne und hinten mit Brettern abgeschlossen. Vorne ist die durch eine Querlatte zusammengehaltene Holztür mit eisernen Kappenbändern angebracht. Die Vorderseite des Kornspeichers ist unter dem v orspringenden Dach immer von einer niedrigen Freitreppe abgeschlossen. Das vorspringende Dach schützt die Tür und die Wand des Kornspeichers vor Regen. Früher übernachteten auf der Freitreppe oft - im Sommer - der Bauer oder ein Sohn der Familie. Die hier geschilderte Form der Bretter-Kornspeicher ist vor allem in den Schokazendörfern der Bácska 1 7 und in Mohács verbreitet. Mit gleichem Grundriß wurden aber auch Kornspeicher anderer Form verfertigt. Die geflochtenen und Bretterspeicher haben die gleiche Konstruktion -des Grundrisses und der Elemente, die jedoch bei den Holzspeichern weniger begründet sind. Ein Vergleich hat zweifellos erwiesen, daß die Bretterspeicher nach dem Vorbild der geflochtenen verfertigt waren, doch deren Form- und Konstruktionselemente weiter entwickelt haben. Allerdings sind Kufen bei den Bretterspeichern nicht begründet und ihr Weiterleben als eine Tradition der Bauernarchitektur zu betrachten. Holzgebäude ähnlicher Bestimmung kennen wir aus den Schokazendörfern in der Umgebung von Pécs, wo ab er die Schlittenkufen gänzlich unbekannt sind. Traditionell sind auch die Anwendung der das Vordach tragenden Balken sowie die Stelle der Einschüttöffnungen und der Türen. Die Bretterkornspeicher sind mit gewissen ornamentalen lilementen ausgestattet, die bei den geflochtenen Speichern fehlen. Bereits JANKO und später BELLOSICS haben festgestellt, daß die bei den Speichern angebrachten ornamentalen Motive sich teilweise unter den Verzierungsmotiven des Wohnhauses oder des Tores finden lassen." Unter den von ihnen beschriebenen Motiven sieht man auch heute bei den Speichern die den Balken zierende Tulpe, auf der geschnitzten Verderfront gemalte Manner- und Frauenfiguren, das Sonnenmotiv, stilisierte Blumenmuster sowie ausge gezackte Dachbretter. Die Menschendarstellung hat JANKO als für die Sehokazendörfer »typisch ornamentales Motiv« bezeichnet. 1 4 Diese Annahme scheint auch dadurch 12. BELLOSICS, B. 1913. 298. 13. JANKÓ. J. 1896. 151. BELLOSICS, B. 1913. 299. 14. JANKÓ, J. 1896. 151. 86

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