Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)

Település - népi építészet - Die Getreidespeicher in südlichen Teil des Karpatenbeckens

bestätigt zu sein, daß unlängst eine bemalte, mit Manner- und Frauenfiguren verzierte, im Jahre 1882 verfertigte Truhe in Mohärs zum Vorschein gekommen ist. 1 5 Diese Gebäude haben ausschließlich zur Lagerung des Getreides gedient. Hier auf betont werden, daß die Kornspeicher auf Schlittenkufen auch in ihrer Funktion von den Kornspeichern in anderen (legenden des Karpatenbeckens, besonders von denen in den östlichen,"'westlichen 1 und nördlichen 1 8 Randgebieten, abweichen. In den Kornspeichern wurden zuerst eine Mischung von Weizen und Roggen (ung.: kétszeres ), später Weizen und Roggen gesondert aufbewahrt. Das gereinigte Korn wurde in Sacken auf Fuhren in den Kornspeicher gefahren und dort in die entsprechenden Fächer geschüttet. Im ersten Fach (provo okno) wurde der Weizen, im zweiten (drugo okno ) Roggen, Gerste oder Hafer untergebracht. Oft wurde der reinere Saatgut bestimmte, Weizen ins zweite Fach geschüttet. Das vom Vorjahr gebliebene Korn wurde immer in einem separaten Fach aufbewahrt. Beim Kornspeicher mit einem Fach wurde der eventuelle Rest vor Einschüttung des neuen Weizens in Sacke gesammelt. Abhängig von der Größe des Gebäudes konnte der Kornspeicher 15-60 Zentner Getreide aufnehmen. In Mohärs fand im Laufe der landwirtschaftlichen Nutzbarmachung der Insel der Kornspeicher eine eigentümliche Verwendung. Die Familien, die auf ihrem Landstück auf der Insel der Saison gemäß eine .Art \ leierei errichteten, haben hier auch die I )ruscharbeiten verrichtet. I )as Korn wurde auf Wagen nach 1 lause befördert und in den Kornspeicher neben dem Stadthaus untergebracht. Es gibt eine einzige Angabe dafür, daß der ausgedroschene Weizen in einen auf der Insel aufgebauten Kornspeicher bewahrt und erst im Winter über die gefrorene Donau zum Stadthaus gebracht wurde. Später, nachdem viele Familien auf die Insel gezogen und die Meiereien ständig bewohnte komplexe Wirtschaftsbetriebe geworden sind, wurde samt dem Wohnhaus auch der Kornspeicher hier aufgebaut. Bei Mißernte hat man bisweilen auch Mais in den Kornspeichern aufbewahrt. In den letzten Jahren wurden außer Weizen auch Hafer, Kartoffeln, Zwiebeln, Bohnen, Erbsen und sogar Räucherfleisch im Kornspeicher gelagert. Auch andere Teile des Speichers wurden nutzbar gemacht. Unter der Dachtraufe wurden die seltener gebrauchten kleineren Geräte und Werkzeuge sowie viele unbrauchbar gewordene Gegenstände aufbewahrt. Wenn der Speicher auf genug hohen Kufen stand, hielt man unter ihm den Holzvorrat und Metallgegenstande. Oft stand auch die Hundehütte hier. Der Hund fand vor dem Regen Zuflucht, bewachte die Ernte, verjagte Mause und Ratten. Im Herbst wurde der Paprikakranz zum Trocknen an die Front oder Seitenwand des Speichers gehangt. Die Diele der Bretter-Kornspeicher diente zur Sommerszeit, besonders vor 50-60 Jahren, auch zum Schlafen. Gegen Ende des Sommers, nachdem die Ernte schon im Kornspeicher war, machte ein männliches Familienmitglied für sich ein Bett mit Mückennetz und verbrachte hier die Nacht. 1 9 15. NÉ. 1961. 93., Abb. 46. 16. SEBESTYÉN, K. 1941. 74. 17. GÖNCZI, E 1914. 464-466.: KARDOS L. 1943. 219-224. 18. FOLTYN, L. 1960. 36; APÁTHY, St. 1958. 359-368. 19. BELLOSICS, B. 1913. 299. 87

Next

/
Thumbnails
Contents