Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)

Település - népi építészet - Die Getreidespeicher in südlichen Teil des Karpatenbeckens

wirkte sich jedoch auch auf anderen Gebieten aus und veranlaßte die sich selbstversorgenden Bauernwirtschaften, die Warenproduktion zu erhöhen. In Slawonien und Kroatien betrug Anfang der 80er Jahre der Ernteertrag bei Weizen etwa anderthalb Millionen Doppelzentner. Diese Menge hat sieh Ende der 90er Jahre verdreifacht.* In derselben Zeit wurden im Komitat Baranya beinahe eine Million, in der Bácska rund drei Millionen, im Komitat Szerém anderthalb Millionen Getreide (Weizen und Roggen) produziert. 9 Die vermehrte Getreideproduktion hing natürlich mit der raschen Entwicklung der Agrotechnik, der Verbreitung der zeitgemäßeren und produktionsfähigeren Ackerbau- und Erntegeräte sowie mit der teilweisen Mechanisierung der Korngewinnung zusammen. Die quantitative Zunahme der Getreideproduktion wurde auch durch lokale Umstände gefördert. Die Margitta-Insel im Gebiet Mohács (etwa 52 000 Katastraljoch) wurde 1883 von Schutzdämmen umgeben." 1 Dadurch wurde dieses früher sumpfige, nur für die Viehzucht geeignete Gebiet (das die Donau jährlich zweimal überschwemmte) für den regelmäßigen Ackerbau gewonnen. Die Dorfbewohner dieser Insel waren die wertvollen Ackerbodens (außer in Mohács vor allem in Dunaszekcső, Nagybaracska, Dávod und Hercegszántó). Dieses Gebiet wurde in jenen Jahren vermessen und verteilt." Auf den von den Dörfern fernliegenden Ackerfeldern der Insel setzte der rasche Prozeß der Meierenbildung ein. Der Anfang der Verbreitung der aus Brettern verfertigten Kornspeicher last sich auf die 70er und 80er Jahre ansetzen. Es entstand der Bedarf nach einem Speichergebäude von zeitgemäßerer Konstruktion und größerer Aufnahmefähigkeit, welches - die Vorteile des geflochtenen Kornspeichers behaltend - das für den Handel bestimmte, anspruchsvollere Getreide ohne Verluste aufzubewahren fähig sein sollte. Wir kennen einen einzigen datierten Holzkornspeicher, er wurde im Jahre 1877 in Hercegszántó errichtet. Auch die anderen wurden in diesen Jahrzehnten bis zum ersten Weltkrieg gebaut. Danach wurden in vielen Orten im Zuge von Umbauarbeiten Vorratskammern und Verschlage in Wohnhäuser eingebaut, so daß ein Teil der Speicher auf Schlittenkufen überflüssig geworden ist. Viele Familien haben den älteren, geflochtenen Kornspeicher behalten und unmittelbar daneben einen aus Brettern errichtet. Noch heute stehen in Mohács, Hercegszántó oder Dunaszekcső oft zwei Kornspeicher im Hof nebeneinander, von denen einer meistens aus Brettern verfertigt ist. Während der geflochtene Kornspeicher seiner Konstruktion nach mit den geflochtenen Vorratsgefäßen verwandt ist, gehört der mittlere Teil des Kornspeichers, zwischen Kufe und Dach, zur Gruppe der gezimmerten Truhen. Die Konstruktion des Kornspeichers mit Schlittenkufen aus Brettern möchte ich hier an hand der Analyse eines Kornspeichers aus Mohács veranschaulichen. Das kleine Gebäude steht dem Wohnhaus gegenfüber im Hof. Die Kufen, die als Grundlage dienen, wurden auch hier in Form von Schlittenkufen geschnitzt: vorne hoch - und ein wenig einwärts gebogen. Die Wand des Gebäudes besteht aus 8. STEINER, V 1881. 183. 9. Magyar Statisztikai Évkönyv (Ung. Statistisches Jahrbuch). 6. 64-65. Budapest, 1898. 10. FÖLKÉRJ. 1900. 139. 11. FÖLKÉRJ. 1900. 123. 85

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