Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)
Település - népi építészet - Freistehende Speicher in Westungarn
entstanden ist, vermutlich in der Gegend zwischen dem Rhein und der Seine. Gestützt auf antike Traditionen, sind hier am frühesten die feudalen Formen der Agrar- und Industrieproduktion und damit auch das wirtschaftliche und gesellschaftliche System der Bauerngesellschaften entstanden, welches mit kürzerer oder längerer zeitlichen Verschiebung später auch in Mittel- und Osteuropa vorherrschte. 23 Wie schon von mehreren Autoren festgestellt, 2 4 waren die älteste Getreidespeicher die »Verkleinerungskopien« der Wart- und Wohntürme der Städte und Großgrundbesitze, weshalb sie zu Beginn aus Stein gebaut wurden und nicht nur zur Aufspeicherung von Getreide und sonstigen Lebensmitteln, sondern auch zur dauernden Aufbewahrung von Kleidern und sonstigen Wertgegenständen der Familie dienten. Der Baustoff der bäuerlichen Getreidespeicher, die im 13.-16. Jh. in ganz Westeuropa und im Alpenraum verbreitet waren, war jedoch bereits das Holz, die erhalten gebliebenen Stücke demonstrieren mittelalterliche Zimmermannstechnik und Zimmerkonstruktionen. Der jahrhundertelange Fortbestand der Speicher war durch das versteifte und nur sehr langsam veränderliche System der selbstversorgenden Bauernwirtschaften gesichert. Als Mehrzweckzubehör der auf Vorratswirtschaft eingerichteten Bauernwirtschaft blieb er am längsten in jenen Gebieten in Gehrauch, wo diese Art von Wirtschaft am längsten dominierte, wie im mittleren Alpenraum und in den östlichen Alpenausläufern. 2 5 Das Gebäude hatte einen defensiven Charakter, um die Lebensmittel und Wertgegenstande vor Niederschlag und Nässe sowie vor den Nagetieren und Einbrechern zu schützen. Dieser defensive Charakter, der später auch durch die geschichtlichen Verhältnisse (Kriege, Raubüberfalle, innere Unruhen usw.) konserviert wurde und durch die massive Konstruktion, der festen Tür, die kleinen Fenster und komplizierte Verschlüsse gekennzeichnet war, blieb im Ostalpenraum und in Westungarn bis zu den jüngsten Zeiten erhalten. Das Entstehen und der jahrhundertelange Fortbestand der freistehenden Getreidespeicher dürften auch durch einige ethnographische begründete Hypothesen motoviert werden. Zum einen war das mittelalterliche Bauernhaus infolge seines Baustoffes und seiner Konstruktion sowie der daraus resultierenden Feuergefahr, ferner wegen der inneren Raumeinteilung zur dauerhaften Aufbewahrung der Güter eigentlich ungeeignet. Die Bauern sahen sich daher gezwungen, in der Nahe des Hauses, aber doch in einer sicheren Entfernung, einen freistehenden Speicher zu errichten. Diesen kausalen Zusammenhang bestätigt au eh die Tatsache, daß die freistehenden Speicher in Slowenien, der Steiermark, Kärnten, dem Burgenland und Westungam zu einer Zeit überflüssig wurden, als seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Wohnhaus, welches infolge der Verwendung fester Baustoffe, belastungsfähiger Konstruktionen und der Lösung der 23. Zu diesem Prozeß s.: SLICHF.R VAN BATH, B. H. 1963.; ABEL, W 1967.; HOFFMANN. T. 1971. 305-310.; HOFFMANN, T. 1975. 59-84., 120-142. 24. SONNENSCHEIN, E H. 1959. 21-54.; MARTIN, B. 1958. 120-122.; SCHEPERS, J. 1960. 98.; SCHEPERS, J. 1965. 139-141.; MOSER, O. 1965. 2-3. 25. HUBER, K. 1944. 110.; WEISS, R. 1959. 263-264.; MOSER, O. 1965. 1-3.; BARABÁS, J. 1971. 7172. 173