Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)

Település - népi építészet - Freistehende Speicher in Westungarn

Rauchableitung weniger feuergefährdet war, eine Vorratskammer als vorherrschender Lagerraum der verschiedenen Güter errichtet wurde. 2 6 Eine weitere, erwägenswerte Tatsache: Die freistehenden Speicher haben sich im Ostalpenraum dort verbreitet, wo im Mittelalter Streusiedlungen entstanden sind, die ihre Eigenheiten aus verschiedenen Ursachen bis zu den jüngsten Zeiten behalten haben. 2 7 Mangels geschlossener Gemeinschaften sowie infolge der selbständigen Betriebsart und der in erhöhten Maße beanspruchten Verteidigungsfähigkeit spielten die freistehenden Getreidespeicher in den Bauernwirtschaften der Streusiedlungen eine bedeutende Rolle; selbst im Falle von Vierkanthöfen defensiven Charakters standen sie einsam, außerhalb derselben. 2 8 Die Forscher haben bereits des öfteren auf die kulturellen Beziehungen zwischen dem Ostalpenvorraum und dem Westrand des ungarischen Sprachgebietes (von Ethnographen »Pannonischer Raum« genannt) hingewiesen. 2 9 Erst unlängst präsentierte B. GUNDA eine ausführliche Analyse des Systems dieser Verbindungen und Wechselwirkungen durch die Nebeneinanderstellung verschiedener ethnographischer Erscheinungen. 3" Er stellte namentlich fest, daß sich - ungeachtet der gegenwärtigen sprachlichen und staatlichen Grenzen - in diesem Raum, welcher das Burgenland, die östliche Steiermark, den nördlichen Teil Sloweniens sowie die Unterwarth (ung.: Őrség) und das Göcsej-Gehiet einschließt, im Laufe der Jahrhunderte eine spezifische kulturelle Zone entwickelt hat. Die ethnographische Einheit dieser Zone wird durch die Übereinstimmung von ethnographischen Erscheinungen bewiesen, wie die xw-Siedlung (Weiler), der Vierkanthof, die Rauchstube, die Anwendung von Ofengabel, Ofenwagen und Brothängel, ferner das Früchtebrot, die in der Volksernährung bedeutungs volle Getreideart, der Buchweizen (ung.: hajdina), die weitverbreitete Mehlspeise, der Sterz (ung.: sterc), der Klingenstock usw. und schließlich die einheitliche Anwendung der freistehenden Speicher ähnlicher Form und Funktion. Ungeachtet des Ursprungs der verschiedenen ethnographischen Erscheinungen, ihrer Wanderwege sowie des Prozesses von Übergabe-Übernahme, von Rezeption und Neuschöpfung, verweisen diese Er­scheinungen auf eine enge Verbundenheit der slowenischen, deutschsprachigen und ungarischen Bevölkerung des Pannonischen Raumes. Die Art und die Intensität der Beziehungen wurde auch durch zahlreiche historische Faktoren motiviert. Wie auch von B. GUNDA dargelegt, 1 1 lebte die Bevölkerung dieses Raumes his zum Ende des ersten Weltkrieges in einer enge n politischen und wirtschaftlichen Gemeinschaft im Rahmen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Die Übereinstimmung der 26. BAS, E 1952. 42-45.; MOSER, O. 1965. 3.; BARABÁS, ,T 1970. 276-287.; HOFFMANN, T. 1972. 107-110. 27. BAS, E 1952. 18-19.: MOSER, O. 1965. 3.; GERAMB, V 1926. 8-9.; GÖNCZI, E 1914. 58-67.; PRINZ, GY. 1922. 8.; GUNDA, B. 1969. 145-146.; GUNDA, B. 1979. 322-323.; TÓTH, J. 1971. 15­19. 28. Siehe Literaturnachweis unter Anm. 1 und 11. 29. GÖNCZI, E 1914.: DÖMÖTÖR, S. I960.; HABERLANDT, A. 1936.; HABERLANDT, A. 1937.; HABERLANDT, A. 1938.; FÉL, E. 1940.; BARABÁS, J. 1971. 30. GUNDA, B. 1969. 145-154.; GUNDA, B. 1979. 321-335. 31. GUNDA, B. 1969. 153.; GUNDA, B. 1979. 334-335. 174

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