Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)

Település - népi építészet - Freistehende Speicher in Westungarn

die ungarischen Speicher halten wir den Umstand für besonders wichtig, daß die in den burgenländischen, steierischen und kärntiechen Anrainergebieten des ungarischen Sprachgebietes gebräuchlichen Speicher - gewöhnlich Kasten genannt ­von verschiedener Form waren, jedoch die gleiche Funktion und ähnliche Konstruktionen hatten wie die ungarischen Speicher. 1 2 Verfolgen wir nun die Spuren dieses Gebäudes mit seiner spezifischen komplexen Funktion, so zeigt es sich, daß die freistehenden und gewöhnlich stockhohen Speicher verschiedener Form, Ornamentik und Größe in den Alpenländern überall gebräuchlich waren, sowohl im südlichen wie auch im nördlichen Alpenraum, und in diesen Gebieten auf eine ganz große Vergangenheit zurückblicken können. Das fränkische, alemannische und bayerische Volksrecht laßt erkennen, daß schon um die Mirte des ersten Jahrtausends freistehende Gebäude zur Aufspeicherung von Getreide und anderer Güter dienten; neben der lateinischen Terminologie (satria , granaria, granica, cellaria , spicarium ) trat auch der deutsche Name in Erscheinung (spyker) . In Süd-Westphalen ist der Gebrauch des Kornkastens in den Bauernwirtschaften seit dem 16. Jh. nachweisbar. Früher (9.-10. Jh.] diente der Kornkasten zur Erfassung des Zehent und befand sich im Besitz der Kirche. Erst später wurden sie auch in den Bauernhöfen zur Aufbewahrung von Getreide errichtet, 1 1 In Hessen und Bayern ist ebenfalls seit dem 16.-17. Jh. die Verbreitung der of prächtig geschmückten Vorratskammer nachzuweisen, in der die verschiedenen Werte der Familie aufbewahrt wurden.' 5 Ähnliche kleine Bauten waren auch in der Lausitz 1 6' sowie in niedersachsischen und nordrheinischen Gebieten zu finden. 1 7 Eines der intensivsten Gebiete der Anwendung von freistehenden Mehr­zweckspeichern wurde von den Forschungen in der Schweiz erschlossen. Diese kamen besonders in den westlichen Gebieten häufig vor, im Emmental, in Wallis, im Berner Kanton, in der Gegend von Luzern, waren aber auch in Graubünden und Tessin zu finden. Im deutschen Sprachgebiet hießen sie Spücher, im französischen grenier. Gewöhnlich standen auf einem steinernen Fundament, in Wallis auf einem Pfahlbau; sie wurden mit Blockbauwand, einer Diele und zumeist mit zwei oder drei Etagen errichtet. Sie waren durch fast alle Stilperioden der Architektur geprägt, im allgemeinen waren sie bunt bemalt und mit Holzschnitzereien reich geschmückt. Die his erhalten gebliebenen Bauten sind die schönsten Denkmaler der alpinen Architektur. 1 8 Auch die schweizerischen Getreidespeicher haben eine lange Vergangenheit; die älteste schriftliche Angabe aus dem Jahre 1236 handelt von einem 12. Vom Getreidespeicher, genannt Kitting, wollen wir an dieser Stelle absehen, denn seine Analogien sind im gegenwärtigen Ungarn nicht nachzuweisen. Sie he SCHMIDT, L. 1950. 97116; SCHIER, B. 1966. 361.; GUNDA, B. 1979.326; BARABÁS, J. 1971. 68. 13. DÖLLING, H. 1958. 62.; MIER, O. 1965. 1.; ABEL, W 1967. 20. 14. SONNENSCHEIN. E H. 1959. 21-54. 15. MARTIN, B. 1958. 120-132.; NEU,W 1953. 96-107. 16. DEUTSCHMANN, E. 1959. 65-66. 17. HABERLANDT, A. 1926. II. 429. 18. STUMPF A. 1914.; RUBI, C. 1942.; SCHEUERMEIER. R 1943.11. 18.; HUBER, K. 1944. 110-122.; FELBER, J. K. 1951. 5-7.; LAEDRACH, W 1954. 8-13.; WEISS, R. 1959. 261-264.; SIMÖNETT, C. 1965. II. 70. 171

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